Rosenheim – Die Sonne des andalusischen Südens erschien im Rosenheimer Musikclub „Le Pirate“ beim Konzert von Ricardo Volkert, der solo, aber auch mit wechselnden Ensembles auftritt. Diesmal waren Carmen Lopez als Tänzerin und Sängerin mit dabei und Simon „El Quintero“ als zweiter Gitarrist. Von Beginn an bannte das Trio das begeistert mitgehende Publikum im kleinen Club, der sich in eine Flamencohöhle verwandelte, wie man sie in Granadas Viertel Sacromonte besuchen kann.
Volkert führte durch das Programm voller Poesie, das teils aus Vertonungen spanischer Lyriker bestand, aber auch aus traditionellen Flamencostücken und Eigenkompositionen. Den Auftakt machten zwei eindringlich vorgetragene Songs aus einem Kinofilm des Regisseurs Tony Gatlif: „Ich habe keine Heimat, ich habe keinen Ort“, so hieß es voller Weltschmerz in dem „Canción“ mit dem Titel „Nació en Álamo“.
Traditionelle Volksfestathmosphäre kam auf bei einem Stück über die Wallfahrt nach El Rocío, wo sich nahe am Atlantik westlich von Sevilla jährlich eine Million Menschen zu Ehren der „Jungfrau vom Morgentau“ treffen. In diesem Fandango bezauberte Carmen Lopez als Tänzerin mit geschmeidigen Drehungen, anmutiger Gestik und Mimik und gekonntem Umgang mit den „Tacos“, den Absätzen sowie den Kastagnetten. Der Poet Garcia Lorca ist ein fester Bestandteil der Programme Volkerts, wie den „Cuentos del Sur“ oder der „Andalusischen Weihnacht“. Das Trio präsentierte aus Lorcas Werk „Romancero Gitano“ eine tragische Ballade mit dem Titel „Verde te quiero“ – „Grün liebe ich Dich“. Ein verwundeter Reiter reist aus den Bergen zu seinem Freund am Meer, in der Hoffnung seine große Liebe zu finden. Sehr temperamentvoll und nachdrücklich wurde es mit einer Rumba, die das Leben als ein zu entwirrendes Garnknäuel darstellte.
Feuriges
Augenblitzen
Feuriges Augenblitzen der brillierenden Tänzerin und rhythmische Gitarren bei ekstatischem Gesang brachten die Zuschauer in Wallung. Das Trio entwickelte viel Spielfreude und übertrug diese aufs Publikum. Volkert vertonte Biblisches aus dem Alten Testament ebenso wie spanische Lyrik von Rafael Alberti. Ein aktueller Song war auch im Programm, das „Camisa Negra“ von Juanes, welcher auf eine Tanznummer aus den Zeiten des „Pez Rojo“ folgte, einer Discothek in der Nähe von Almería.
Zwischendurch hatten die Besucher unisono eine populäre Melodie von Manolo Escobar mitgesungen, die eine tragische Liebe besingt.
Mit viel Rhythmik und Poesie entführte das Trio nach Andalusien, und sicher erinnerten sich manche Besucher gerne an ihre Reisen nach Spanien.