Wiedersehen macht Freude

von Redaktion

Bilder von Alfons Röckl in der Galerie im alten Feuerwehrgerätehaus des Bad Aiblinger Kunstvereins

Bad Aibling – Seine künstlerische Karriere begann vor rund einem Vierteljahrhundert: 1991 hatte Alfons Röckl seine erste öffentliche Einzelausstellung beim Kunstverein Bad Aibling, der damals noch in beengten Verhältnissen in der Meggendorfer Straße residierte. „Wiedersehen“ lautet daher der Titel der aktuellen Aiblinger Bilderschau – und sie ist zudem eine vorgezogene Geburtstagsausstellung des im Oktober 1938 geborenen Rosenheimers.

Inzwischen „bespielt“ der Kunstverein die 120 Quadratmeter große ehemalige Fahrzeughalle an der Irlachstraße, und die 67 Bilder umfassende Werksauswahl Röckls aus den letzten 15 Jahren haben hier gerade mal Platz. Röckl versteht sich als Künstler durch und durch. Als gelernter Schriftsetzer verlief sein Weg von Wort und Literatur über Theater hin zur bildnerischen Kunst.

Für Röckl ist Kunst immer ein Gesamtwerk. Vom Herzen über den Kopf durch die Hand – so beschreibt der Autodidakt den Weg seiner Bilder. Sie sollen erzählen, etwas bewegen und ein kleines Geschenk an die Welt sein. Röckl, der noch die Schrecken und Nachwirkungen des Krieges erlebte, beschäftigt sich in seinen Arbeiten häufig mit dem Thema Kindheit. Er liebt Märchen und ihre Gestalten, die in seinen Bildern auftauchen.

Das vielfältige Schaffenswerk Röckls spiegelt sich nicht nur in den gewählten Themen und Motiven wider, sondern auch in den angewandten Techniken und Darstellungsarten seiner Werke. Aquarelle, Zeichnungen, Gouachen – Abstraktes, aber auch fein ausgearbeitete Menschen und Tiere sowie zahlreiche Mischformen und -techniken finden sich in Röckls Repertoire – der sich längst seinen Ruf als ernst- zunehmender Künstler sowie als engagierter Galerist verdient hat.

Preziosen sind seine oft nur postkartengroßen skizzenhaften Szenerien; manchmal sogar betextet (zum Beispiel die Nummern 5 und 8). Die Protagonisten der etwas größeren Werke stehen, ähnlich wie einige Bronzen des Bildhauers Heinrich Kirchner, verkündend vor schemenhaftem Hintergrund wie die „Sterndeuter“ (38) oder bei „Hoffen“ (44) die Figur mit den hochgestreckten Armen. Obwohl nicht realistisch ausgearbeitet, so beindruckt doch der „Bub“ (37) mit seinem so typischen Blick eines abwartend herumstehenden Knaben. Ebenso beeindruckend eingefangen ist der Gesichtsausdruck eines Königs im Bild „Wehmut“ (60).

In den großen abstrakten Bildern wie „Anderswo“ (22) lässt Röckl meist die Farben und Schraffuren die Hauptrolle spielen. Sie versammeln sich auf der größten Wandfläche des Raumes. Abgerundet wird die Ausstellung mit vier größeren Holzskulpturen des Wasserburgers Richard Wenzl, der Röckl bei der Gestaltung der Ausstellung unterstützt hat.

Bei der gut besuchten Vernissage, zu der auch zahlreiche Kollegen kamen, hielt der Rosenheimer Künstler Rudolf Wolfbeisser die Laudatio. Kurz skizzierte er den Lebensweg Röckls, der auch zwei Legislaturperioden Mitglied im Rosenheimer Stadtrat war, und befand die „mal dicht und intensiv, dann wieder spontan und spielerisch“ gestalteten Bilder Röckls als „unverwechselbar“: Heute sei dieser „auf der Höhe seiner Möglichkeiten“.

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Die Ausstellung „Wiedersehen“ im alten Feuerwehrgerätehaus Bad Aibling in der Irlachstraße 5 ist samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr bis 25. März geöffnet.

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