Traunstein – Die Künstlerinnen-Gruppe „Frauen-Art“ stellt ihre neuen Bilder in der Alten Wache in Traunstein aus.
Rein abstrakte Bilder präsentiert Ingrid Bauer aus Waging, die höchstens durch ihre Titel wie „Moor“ oder „Steinbruch“ einen Ansatz zur möglichen Interpretation bieten. Mit spontaner, schwungvoller Pinselführung malt Ingrid Bauer „aus dem Bauch heraus“ und gibt dabei ihren Gefühlen oft temperamentvoll, manchmal auch ruhig, meditativ Ausdruck.
Sensibel ausgeführte, harmonische Bilder von Menschen zeigt Ingrid Blüml aus Grassau, zum Beispiel bei dem Acrylbild „Brief“, wo eine im Sessel schlummernde Frau mit einem Brief in der Hand, von dessen Inhalt zu träumen scheint. Das besonders gelungene Bild „Versace“ ist dagegen eine Hommage an den gleichnamigen Modeschöpfer, dessen farbenfrohe Mode das Model auf dem Bild mit kessem Hüftschwung präsentiert.
Ihrer Liebe zu den Bergen gibt Gisa Beyreuther in ihren erst kürzlich entstandenen Acrylbildern Ausdruck. Sie versteht es, die Rhythmen und Strukturen der Natur ins Bild zu bringen. Oft ist sie mit dem Skizzenbuch unterwegs und arbeitet zu Hause ihre Eindrücke im Atelier aus. Eine neue, ungewöhnliche Technik, mit Farbe umzugehen, hat Heidi Machatschek-Flieher angewendet: die farbenprächtigen Bilder sind in Acrylfarbe auf Leinwand ohne Pinsel entstanden. Die Farbe wurde geschüttet, gespritzt, geblasen, laufen gelassen und manchmal mit Kleister als Festiger gemischt. Der Betrachter kann seiner Fantasie freien Lauf lassen. Aber anhand der Titel wie „Herzflimmern“ oder „Zwergenpaar“ lässt sich so manches Konkrete entdecken.
„Rot ist meine Farbe“ sagt Anna Maria Meixner aus Traunstein. In den verschiedensten Rot-Schattierungen aber auch strahlendem Weiß im Kontrast schillern ihre Impressionen der Dolomiten. Die Künstlerin bezeichnet die Bilder als ihre „Sehnsuchtsbilder“, denn emotional verbindet auch sie ein inniges Verhältnis mit den Bergen.
Die Themen Herbst, Ruhe und Abschied bestimmen die Bilder von Gerti Richter. „Abschied vom Sommer“ und „Spätherbst“ heißen zwei ihrer Bilder mit stetig fallendem Herbstlaub vor einem strahlend blauen Herbsthimmel. Dabei erscheinen die Blätter in sehr verschiedenen Brauntönen bis sie fast morbide, verwest auf dem Boden liegen.
„Kunst bildet nicht ab, sondern macht sichtbar“ – dieser Ausspruch von Paul Klee ist das Motto von Margareta Thiel. In der Ausstellung zeigt sie anhand von fantastischen Darstellungen des Waldes seine doppelte Bedeutung im Ökosystem aber auch als Symbol für das Unbewusste des Menschen. Inspiriert von Shakespeares „Sommernachtstraum“ schweben die ätherischen, fast durchsichtigen Wesen im „Feenwald“.
Die Ausstellung in der Alten Wache in Traunstein kann bis Sonntag 18. März, werktags von 12 bis 17 Uhr und am Samstag und Sonntag von 10 bis 15 Uhr besichtigt werden.