Bad Aibling – Die klassisch-heitere Form des Bläserquintetts vertraten Mozart mit dem Andante KV 616, ursprünglich für eine Orgelwalze geschrieben, und Franz Danzi (1763 bis 1826) mit dem Bläserquintett g-Moll op.56 Nr. 2. Gerade da konnte man bei den Bläsern die meisterhafte Beherrschung ihrer Instrumente konstatieren, den geschlossenen Klang und das genau ausgehorchte Zusammenspiel sowie die höchste Ausgewogenheit der Klangmischung.
2006 gewann dieses Quintett den 3. Preis beim ARD-Musikwettbewerb in München, 2010 beim Deutschen Musikwettbewerb ein Stipendium für junge Künstler. Und jung bis jugendlich und unbeschwert sympathisch sind sie immer noch: der Flötist Tomo Jäckle, die Oboistin Frederike Timmermann, der Klarinettist Sebastian Lambertz, Stephan Schottstädt am Horn und Jacob Karwath am Fagott, der zusätzlich humorvoll in die gespielten Werke einführte.
Der Mozart kam weich gespielt, beseelt und vollkommen natürlich phrasiert, das Quintett von Danzi war reinste Serenadenmusik, mozartisch anmutend und am Ende übermütig übersprudelnd mit einem aufjauchzenden Horn. Das hatte seinen großen Auftritt auch im 2. Satz des g-Moll-Quintetts von Paul Taffanel (1844 bis 1908), dem Urvater des französischen Flötenspiels, das wiederum im Finale, einer lustigen Tarantella, bestens zur Geltung kam. Und auch dem so angenehm warm gespielten Fagott hörte man gerne zu.
Interessanter jedoch waren die moderneren Werke: Die „Troi pièces brèves“ von Jacques Ibert (1890 bis 1962) sind echte kurze Charakterstücke, quirlig-lebensfreudig in den Ecksätzen und unaufhörlich singend im Mittelsatz, vor allem im Duett zwischen der Flöte und der Klarinette. Da gingen die Musiker temperamentvoll mit und spielten mit Witz und Esprit.
Am interessantesten waren die „Sechs Bagatellen“ von György Ligeti (1923 bis 2006). Die blitzten und funkelten nur so vor Spielfreude und purzelnder Fantasie. Der erste Satz, in dem auch eine Pikkoloflöte mitwirkt, hüpft um einen Ton herum, im „Lamentoso“ dominiert die ausdrucksvoll klagende und wunderschön gespielte Oboe, umwuselt von flirrenden Tönen, im „Allegro grazioso“ das mit einem blauen Tuch gestopfte Fagott, alles endet hochvirtuos und äußerst effektvoll: ein echter Genuss. Als gern gewährtes Obendrauf gab’s eine Polka und eine Rumba von Denes Agay: Es endete heiter.