Rosenheim – Herren im schwarzen Anzug, schwarze Krawatte, weißes Hemd, dazu schwarzer Hut und dunkle Sonnenbrille: Schon im Foyer des Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrums konnte man erkennen, dass die legendären „Blues Brothers“ in der Stadt waren. Viele erwiesen dem berühmten Duo aus den Achtzigern ihre Referenz.
Der Film „Blues Brothers“ ist Kult – die Qualität der Musical-Show „A Tribute to the Blues Brothers“ wird diesem Status im Kuko gerecht. Geschickt erzählt wird die Entstehungsgeschichte des Films. Das „Making of“ blickt auf das Geschehen hinter der Bühne, ist spannend und witzig inszeniert.
Die Band – mit Keyboard, Gitarre, Bass, Trompete, Saxofon, Posaune und Schlagzeug – heizt mit ihrem Super-Sound die Story gehörig an. Viele Füße im Publikum wippen, die Hände klatschen rhythmisch im Takt. Tolle Videos im Hintergrund schaffen eine perfekte Blues-Brothers-Atmosphäre.
Das Kammertheater Karlsruhe unter seinem Intendanten Ingmar Otto serviert hier eine große Show und hat mit Jörg Bruckschen als Dan Aykroyd (im Film Elwood) und Ronald Tettinek in der Rolle des John Belushi (im Film Jake) zwei großartige Comedians auf die Bühne gebracht, die mitreißend singen, tanzen und schauspielern. Man glaubt, die „echten“ Filmstars vor sich zu haben.
Als beleibter Belushi kugelt Tettinek geschmeidig über die Bühne, begeistert Rad schlagend und mit flinken Schrittkombinationen. Bruckschen als Aykroyd entlockt seiner Mundharmonika bluesige Töne und schwingt seine langen Beine im Rhythmus zur Musik. Die Besucher erfahren, dass die zwei in früheren Shows schon mal als Biene Maja und Co. oder in einer Kochshow auftreten mussten, bis mit dem Film der Ruhm kam.
In schwarz-weißem Dress und kurzem Röckchen wirbeln sechs „Girls“ um sie herum. Sie spielen die Carwash-Mädchen, wenn die Blues Brothers mit ihrer schwarzen Limousine auftauchen. Rasante Fahrten durch einen Supermarkt und auf dem Highway sind in Videoeinspielungen täuschend echt simuliert. Der „Jailhouse-Rock“ , „Rollin, rollin, rollin“, „Sweet home Chicago“ und „Twistet, twistet, shake it out baby“ bringen die Stimmungsskala im Kuko immer weiter nach oben. Mit „Stand by your man“ beweist Jake auch seine sanfte Seite, auf die Georgia M. Reh (sie spielt mit starker Stimme Judy, Belushis Frau) meist vergeblich hofft.
Belushi war, was die Show ebenfalls zeigt, drogen- und alkoholabhängig. Schließlich brachte ihn seine Sucht um.
Im Musical aber singt Ronald Tettinek als Belushi mit Jörg Tettinek als Aykroyd am Ende den berühmtesten Song „Everybody needs somebody to love“. Das Publikum singt stehend mit, feiert alle Künstler mit Begeisterungsstürmen. Ohne Zugaben kommen sie natürlich nicht von der Bühne. Für viele Fans hätte der Abend noch lange weitergehen können.