Rentenreform dringend notwendig

von Redaktion

Zur Berichterstattung über Altersarmut und Rentensystem (Politikteil):

Deutschland kann zurzeit wirtschaftlich gesehen „vor Kraft kaum noch laufen“ – so sehen es jedenfalls unsere Nachbarn. Bei allem Glanz kann jedoch nicht übersehen werden, dass neben dem Wohlstand auch die Armut und Altersarmut dramatisch zunimmt. Die kleinen Renten reichen hinten und vorne nicht. Unterstützungen aus den Sozialkassen und Lebensmittelversorgung aus der wachsenden Anzahl von privat organisierten Tafeln müssen herhalten, um unzähligen Mitbürgern ein Mindestmaß an bescheidenem Leben zu ermöglichen. Seit Bestehen der Bundesrepublik haben alle Regierungen (Union- und SPD geführt), es nicht geschafft, unser Rentensystem zukunftsgerecht umzubauen. Dass unsere Bevölkerung immer älter wird, ist schon seit Jahrzehnten bekannt. Aber man hat eine wirkliche Rentenreform von einer Legislatur-Periode immer auf die nächste verschoben. Die Riester-Rente und diverse Modelle von zusätzlichen Lebensversicherungen waren und sind klägliche Reparatur-Versuche an unserem Rentensystem. Unser Nachbarland Österreich hat mit seinen 8,8 Millionen Einwohnern ein modernes Alterversorgungssystem, in das alle (Angestellte, Beamte, Selbstständige) einzahlen. Dort bekäme ein deutscher Durchschnitts-Rentner mit seinen 1200 Euro/Monat eine um etwa 1000 Euro höhere „Pension“ (Rente). Außerdem gibt es in Österreich nicht nur zwölf Monatsauszahlungen, sondern 14 im Jahr. In den Parlamenten unserer Bund- und Länderregierungen sitzen seit Jahren mehrheitlich Beamte als Abgeordnete, denen es im Ruhestand infolge ihrer gut ausgestatteten Pensionen sowieso nicht „nass hineingeht“. Und somit wird unsere deutsche Gesellschaft auf ein „Sankt-Nimmerleins-Jahr“ warten müssen, eh unsere Altersversorgung grundsätzlich geändert und den modernen Verhältnissen angepasst wird.

Gerd Höglinger

Rosenheim

Artikel 5 von 9