Junge Musik

Heischneida: Musik jenseits weiß-blauer Heimatromantik

von Redaktion

Wenz Karger von der Band aus Bergen im Gespräch

Bergen/Rosenheim – Aus Bergen kommt die Band Heischneida, die in keine Schublade so recht passen will. Sie spielt eine Mischung aus bayerischem Brass und Rock‘n’Roll, Rock und Pop, aber auch Reggae und bayrische Folklore. Manchmal kommt Heischneida funkig daher, manchmal so düstergrau wie einstmals Ludwig Hirsch. Die junge Band aus dem Chiemgau hat sich in der Region längst einen Namen gemacht. Im Rahmen der „Wirtshausroas“ gibt sie am Montag, 30. April, um 20.15 Uhr ein Konzert im Gasthaus „Mail-Keller“ in Rosenheim. Im Interview erklärt Frontmann Wenz Karger den Namen der Band und was zuerst da war, der Name oder die Band.

Ist der Bart Teil des Programms oder Deine persönliche Lebenseinstellung? Gibt es da eine Geschichte zum Bandnamen?

Wenz Karger: Der Bart begleitet mich schon seit 2009, also eine ganze Zeit länger als es Heischneida gibt. Auch den Namen gibt es schon länger als die Band. Die Idee für eine Band namens Heischneida entstand mehr als ein Jahr vor der musikalischen „Geburt“ in einem der schönsten Biergärten Bayerns. Erst danach und unter völlig anderen Umständen haben wir uns nach und nach gefunden und uns dann zum Glück an diese Idee erinnert, denn ich finde, dass uns der Name Heischneida hervorragend zu Gesicht steht.

Wofür steht die Band? In einem unserer Songs heißt es: „Schmeiß ois hindre, los den Gramf Gramf sei, jäda schind´d di, mach di vo oim frei!“ Der Freiheitsgedanke ist bei uns schon sehr fest verwurzelt. Aber auch der Glaube an die Liebe, das kritische Prüfen seines eigenen Handelns. Ich glaube, dass jeder Zuhörer seine ganz eigene Botschaft aus den Liedern zieht und das ist auch das Schöne daran. Ich bin kein Freund davon, als Band dem Publikum eine Botschaft mit dem Zeigefinger aufzudrücken. Musik ist einfach eine gute Art, darauf aufmerksam zu machen, wie schön und vielfältig das Leben sein kann. Wichtig ist uns, den Menschen da draußen zu zeigen, dass bairische Mundartmusik mehr ist als nur weiß-blaue Heimatromantik.

Was passiert, wenn ein großes Label kommen würde – bleibt der Heischneida sich treu?

Wenn ein großes Label auf einen aufmerksam wird, ist das ein sehr gutes Zeichen. Denn die investieren ja in Bands, die sich auch für sie lohnen. Sprich: Zu dem Zeitpunkt hat man schon vieles richtig gemacht. Dann ist die Frage, was die wollen und was wir wollen. Denn klar ist: Ein Heischneida gibt seine Freiheit nicht auf! Interview: Udo Kewitsch

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