54. Sänger- und Musikantenhoagarten des GTEV Rosenheim I Stamm

„Wann i a Musi hör, kenn i koa Traurigkeit“

von Redaktion

Berührende Volksmusik im Rosenheimer Kultur- und Kongress-Zentrum

Rosenheim – Es ist ein traditionelles Fest des alpenländischen Musizierens, der Sänger- und Musikantenhoagarten, den der Trachtenverein Rosenheim I Stamm nun schon zum 54. Mal ausrichtete. Das Kultur- und Kongress-Zentrum war nicht ganz voll, das Biergartenwetter war wohl zu verlockend.

Die Musikgruppen kamen diesmal von nicht so weit her: aus der Wildschönau in Tirol, aus Mittenwald und aus Rimsting. Den gastgebenden Verein vertrat die „Stamm I Ziachmusi“ mit dem Andi an der Gitarre und dem Siamak mit der Ziach, die ihre Walzer, Polkas und auch den „Marsch in As“ schwungvoll, sehr gut miteinander harmonierend und mit sehr melodiösem Bassspiel der Gitarre gestalteten. Die „Kranzberg Blos“ aus Mittenwald punkten mit einer sehr wendigen Tuba und weichen Flügelhörnern. Damit produzierten sie schneidige Tanzlmusi wie den „Christina-Walzer“ und die „Amsel-Polka“.

Kernig-Männlich sangen die „Rimstinger Sänger“ mit kräftigen Stimmen. Sie besangen das Fensterln und den Frühling, die Liebe („I hob meim Diandl a Briafal gschriebm“) und die Heimat („Oban Stoankaser“) und bekannten selbstbewusst-stolz: „I bin a Keamgauer Bauer“. Geradezu programmatisch war ihr Lied: „Wann i a Musi hör, kenn i koa Traurigkeit“.

Ganz bezaubert waren die Zuhörer von den Tirolern, speziell den Tirolerinnen: Sowohl die „4Kleemusig“ als auch der „Afelder Dreigsang“ stammen aus Wildschönau und sind auch personell miteinander verbandelt: Sabrina Haas wechselte dauernd zwischen dem Kontrabass und dem Dreigsang hin und her. Die „4Kleemusig“ nennt sich so, weil ihr Zusammenspiel sie so glücklich mache, schreiben sie im Programmzettel. Glücklich machten sie auch die Zuhörer mit ihrem satten Saitenklang und mit ihrem rund-rhythmischen Schwung, durch den auch der „Aeronautenmarsch“ mehr zum wirbelnden Tanz wurde, und durch das kunstvolle Geigenspiel.

Am bezauberndsten war der Afelder Dreigsang, benannt nach einem Feld in A-Form, der zu dem Bauernhof gehört, in dem die Drei singen. Franziska Eberl, Sabrina Haas und Matthias Steiner mit seinem subtil-weichen Tenor singen mit ganz feiner Tongebung und zart, ja zärtlich-sehnsüchtigem Piano, dass einem beim Zuhören ganz warm ums Herz wird.

Durch das Programm führte kundig und humorvoll Heinrich Albrecht, Leiter der Inzeller Musikschule, der selber ein in vielen Instrumenten sattelfester Musikant ist.

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