Weltliche und geistliche Lieder

Mendelssohn und Schnaderhüpfl

von Redaktion

Tölzer Knabenchor singt in der Pfarrkirche von Pittenhart

Pittenhart – Die langen Lederhosen und rotkarierten Hemden, die Kleidung für weltliche Konzerte, passte zu dem Wanderlieder-Potpourri: Der Tölzer Knabenchor gab ein Konzert in der nicht ganz vollen Nikolauskirche in Pittenhart. Dabei galt der zweite Teil den weltlichen Liedern, wofür die jungen Sänger sich vor dem Altar postierten. „Fein sein, beinander bleib‘n“, dies geradezu lebensphilosophische alpenländische Lied, und ein fröhliches Schnaderhüpfl („I mag net Küah hiatn“) passten ebenso zu Lederhose und Karohemd wie ein rhythmisch geprägtes Chorlied samt Händeklatschen von Carl Orff.

Die drei Knaben in Mozarts „Zauberflöte“ wandern (genauer gesagt: fliegen) auch durch diese Oper und entzücken an entscheidenden Stellen mit altklug wirkenden Weisheiten. Hier entzückten dreimal drei Knabensolisten, die sich selber mit Namen und Alter vorstellten.

Dabei wurde hörbar, dass die Stimmbildung und dann auch -gebung bei den Tölzern stark solistisch geprägt ist: Sie müssen ja in großen Opernhäusern stimmlich bestehen können. Das taten sie auch in Pittenhart mit klarer Deklamation und überzeugender Stimmstärke, vom kleinsten neunjährigen Solisten bis zum größten dreizehnjährigen. Überraschend gesellte sich die Chormanagerin dazu, die mit üppigem Sopran die Pamina sang.

Diese Stimmbildung führte dazu, dass die Sänger während des Konzertes sich gerne und fast nur im Forte-Bereich aufhielten. Piano-Feinheiten findet man da seltener. Wenn, dann waren sie besonders kostbar. Einige ließen sich hören in den drei Chorwerken für gleiche Stimmen, die der junge Felix Mendelssohn Bartholdy in Rom komponierte, inspiriert durch den Gesang französischer Nonnen im Kloster Trinità dei Monti. Auch hier, im letzten Stück namens „Surrexit pastor bonus“, gab es ausgedehnte Solopartien.

Gefällige

Melodik

Zusätzlich zu dem anscheinend unerlässlichen „Panis angelicus“ von César Franck sangen die Tölzer Knaben drei sehr ausgedehnte italienische Chorstücke über die drei christlichen Tugenden, schwelgend in der sehr gefälligen Melodik.

Der Dirigent Clemens Haudum leitete seine Sänger nicht nur durch suggestive Gestik, sondern sagte auch die einzelnen Stücke an. Als Zugabe für den herzlichen Beifall gab’s das besinnliche Lied „Gott hat alles recht gemacht.“ Alles recht gemacht haben auch die Tölzer Knaben.

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