Rosenheim – Den Maler Peter Tomschiczek muss man nicht mehr groß vorstellen – seine großformatigen Bilder hängen nicht nur im großen Sitzungssaal des Rosenheimer Rathauses, sondern auch im Ministerratssaal der bayerischen Staatskanzlei, im Europäischen Patentamt in München oder im Landtag von Nordrhein-Westfalen sowie in zahlreichen öffentlichen Sammlungen. 1940 im böhmischen Iglau geboren lebt er sowohl in Ellmosen bei Bad Aibling wie auch auf der kroatischen Insel Losinj. Von der dortigen Karstlandschaft, aber auch von Reisen durch Westafrika wurden in den letzten Jahrzehnten die Inhalte seiner Bilder maßgeblich beeinflusst. Das Erleben der Natur hat den Maler immer fasziniert – ob Landschaften, Pflanzen oder kreatürliche Fundstücke, die das Vergehen thematisieren – all diese Naturbeobachtungen laden ihn mit künstlerischer Energie auf.
Tomschiczeks Gemälde in Mischtechnik und Öl, die in länger anhaltenden Zyklen entstanden, lassen nur noch schemenhaft Gegenständliches erahnen, manchmal mit Materialeinschlüssen – sogar überfahrene, ausgedörrte Frösche hat er in Bildern eingearbeitet. Mit einer kräftig aufgetragenen, meist monochromen Farbgestaltung hat Tomschiczek spätestens seit den 1980er-Jahren zu seiner eigenen, unverwechselbaren Bildsprache gefunden.
In Alfons Röckls „Kleiner Werkraumgalerie“ stellt der Künstler 44 kleinere Formate der letzten Jahre sowie kleine Radierungen, auch in Farbe, und kleine und mittelgroße Arbeiten auf Papier aus, mal in Schwarz, mal im Sepiaton bis zum Format 50 mal 65 Zentimeter. Hier bietet sich für den Kunstliebhaber und -sammler die Gelegenheit, auch mit schmalerem Geldbeutel ein Tomschiczek-Werk zu erstehen.
Farbintensiv ist das rote Bild Nr. 44 von 2015, das im Eingangsbereich der Galerie fast etwas unbeachtet hängt, aber mit seiner Strahlkraft und seiner zum Teil schraffierten Oberfläche auch dort wirkt. Typische Tomschiczeks in kräftigem Dunkelblau sind fünf nebeneinander hängende, fast quadratische Arbeiten im Kleinformat 27 mal 32 Zentimeter – eine sich entwickelnde Bildfolge.
Ganz „frisch“ sind Tomschiczeks vier Grafiken mit Eulen-Motiven. Der Künstler ist seit jeher ein profunder Tierkenner und speziell Vogelfreund, und so präsentiert er hier in einigen Arbeiten das typische „Gschau“ von Eulenvögeln.
Bei der bestens besuchten Ausstellungseröffnung machte Galerist Röckl den Gästen das Vergnügen, Boris, einen der beiden Tomschiczek-Söhne, über das Aufwachsen mit einem solchen Vater auszufragen, was immer wieder schmunzelnde Mienen, ja sogar Lachen ob der ebenso spontanen Antworten wie der hintergründigen Schilderungen hervorrief: „Das war kein Vater, der mit einem Mensch-ärgere-dich-nicht spielte, der uns aber zeigte, wie man mit einem Strohhalm Grillen aus ihrem Versteck herauslockt. Bei der ersten Begegnung mit unserer Mutter hatte er übrigens zwei tote Mäuse in der Tasche, um seine Eulen zu füttern.“
Die Ausstellung in der Heilig-Geist-Straße 4/I ist mittwochs bis samstags von 15 bis 19 Uhr oder nach Vereinbarung unter den Telefonnummern 08031/32241 und 900718 sowie 0174/5186274 geöffnet und wird bis 12. Mai gezeigt.