Prien – Erstmals im Jahr 1869 besuchte der gebürtige Darmstädter Genremaler und Professor an der Nürnberger Kunstgewerbeschule, Karl Raupp (1837 bis 1918), mit zehn seiner Schüler die Fraueninsel im Chiemsee. Bereits einige Jahre zuvor hatte er die Künstlerkolonie in Brannenburg aufgesucht. Raupp widmete ab dieser Zeit seine Kunst fast ausschließlich dem See und seinen Menschen. In der Folge wurde er neben Josef Wopfner (1843 bis 1927) zu einem der bekanntesten „Chiemseemaler“ – ein Begriff der mit und für Raupp eingeführt wurde und heute als Markenzeichen der Künstlerlandschaft Chiemsee gilt.
Die zumeist idyllisch ausgerichteten Bilder verherrlichen den Chiemsee und trugen durch ihre zahlreiche Reproduktionen, etwa in Zeitschriften und durch Postkarten, wesentlich zur Bekanntheit des Sees in aller Welt bei.
Eine Ausstellung im Heimatmuseum Prien präsentiert nun erstmals nach 30 Jahren das Werk des „Chiemsee-Raupp“ in größerem Umfang. Zu sehen sind rund 30 Arbeiten um das 1900 auf der „Großen Berliner Kunstausstellung“ gezeigte Ölgemälde „Reicher Fischzug“ – nicht nur von der Größe her eines seiner Hauptwerke. Die Schau gibt Einblick in Leben, Werk und Rezeption des am 14. Juni 1918, also vor genau 100 Jahren verstorbenen Malers der „Münchner Schule“. Die Eröffnung der Ausstellung findet heute, Mittwoch, um 19.30 Uhr statt. Zur Einführung spricht Kreisheimatpfleger Karl J. Aß zum Thema „Karl Raupp und der Chiemsee“.
Die Ausstellung im Heimatmuseum Prien am Valdagno-Platz 2 ist bis Sonntag, 1. Juli, täglich außer Montag von 14 bis 17 Uhr zu sehen; Alle Feiertage geöffnet.