Aus dem Volksmusikarchiv

„Schenk Frieden uns …“

von Redaktion

Die Bitte nach Frieden in der Welt und im christlichen Glauben

Der Friede zwischen den Menschen und in der Welt ist für viele mitfühlende Menschen ein hohes Gut, das es stets anzustreben, zu erringen und zu erhalten gilt – sowohl im „Kleinen“ zwischen einzelnen Menschen, in der Familie, in Kindergarten und Schule, im Verein, im Ort – aber auch im Großen: in und zwischen Staaten und Völkern, in und zwischen den verschiedenen Gesellschaften und Religionen.

In vielen religiösen Liedern der Volksfrömmigkeit in unserer engeren und weiteren Heimat, im süddeutschen Sprachraum, wird seit Ge-nerationen von Frieden gesungen:

„Den Frieden, den die Welt nicht gibt, kann nur der Schöpfer geben. Von dem Vater, der uns liebt, kommt für die Welt aller Segen.“

Das ist der Anfang eines Liedes, das im Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern in der Sammlung Konrad Scheierling (1924 bis 1992) aufbewahrt ist, der es nach 1945 in Flüchtlingslagern, etwa in der Nähe von Freilassing, von vertriebenen Deutschen aus Russland aufge-schrieben hat. Die sogenannten „Wolgadeutschen“ hatten nach dem Angriff Hitlers auf Russland im Zweiten Weltkrieg große Verfolgungen zu erleiden, bis hin zur Vertreibung aus ihrer Heimat. Im Volksmusikarchiv haben wir dieses Lied neu gestaltet, eine Aufnahme mit dem Vokalensemble Vagen (Leitung: A. und H. Meixner) ist auf der CD „Gelobt seist du, mein Herr und Gott“ (VMA 1997) zu hören.

Viele weitere geistliche Volkslieder, gerade mit Blick auf die Friedensbitte in der Messliturgie und mit Bezug auf Texte der Heiligen Schrift stellen das christliche Streben nach Frieden in den Mittelpunkt. Auch viele Lieder der christlichen Jugendbewegungen seit dem frühen 20. Jahrhundert thematisieren den Frieden und die Nächstenliebe, verbunden mit der Hilfe für die Schwachen. Die Zeit zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten mit dem Sinnbild der Taube als Geist und Kraft Gottes für die schwachen und ängstlichen Menschen – damals und heute – ist prädestiniert für Lieder, die einen Aufbruch hin zum gemeinsamen Frieden beinhalten:

Frieden ist ein Geschenk, das es gemeinsam zu erringen gilt, es ist wie das Leben in all seinen schwierigen und hoffnungsvollen Abschnitten: Eine Last und eine Freude, gemeinsam zu tragen in Liebe, Hand in Hand mit den Mitmenschen und mit offenem Herzen. Dazu lädt unser Liedbeispiel ein: Eine Friedensbitte mit der Melodie aus der Sammlung von Pfarrer Gabler (Waldviertel 1890), neugestaltet für die Gegenwart (VMA/EBES 1996).

Man kann sich das Liederheft zuschicken lassen. Dazu muss man nur ein mit 1,45 Euro frankiertes und adressiertes Rückkuvert (DinA 5) an das Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern (Krankenhausweg 39, 83052 Bruckmühl) senden. Das Heft selbst mit Liedern zum Pfingstfest und zur Friedensbitte ist kostenlos.

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