Grabenstätt – Seit über 40 Jahren ist der „Musiksommer zwischen Inn und Salzach“ mit seinen abwechslungsreichen Jahresprogrammen aus klassischen Konzerten und Kammermusik eine feste Größe in der regionalen Konzert- und Festivallandschaft. Zu seinen einladenden malerischen Spielstätten zählt alljährlich auch das Grabenstätter Schloss, in dem jetzt mit dem „Goldmund Quartett“ eines der gefragtesten Nachwuchsensembles Deutschlands eine begeisternde Musiksommer-Premiere feiern durfte.
Über 120 Besucher wohnten dem facettenreichen musikalischen Ohrenschmaus bei und bedachten die famosen Darbietungen der vier jungen Münchner Ausnahmemusiker Florian Schötz (Violine), Pinchas Adt (Violine), Christoph Vandory (Viola) und Raphael Paratore (Violoncello) immer wieder mit anhaltendem Applaus.
Zum Auftakt ließen die Absolventen der Münchner Musikhochschule sowie Preisträger und Stipendiaten des Deutschen Musikrats Wolfgang Amadeus Mozarts Streichquartett G-Dur, KV 387 erklingen – ein starkes und kompromissloses Werk in einer Zeit der Veränderungen. Denn der junge Mozart quittierte gegen den Willen des Fürsten und seines Vaters den Dienst am Salzburger Hof, um in Wien zu heiraten und ein neues Leben als freier Künstler zu beginnen. Mozart widmete es einst seinem väterlichen Freund Joseph Haydn, deswegen auch die Bezeichnung „Haydn-Quartett“.
Und eben jenem Haydn kam nun der zweite große Programmpunkt vor der Pause zu, denn das imposante Streichquartett op. 54/1 entstammte seiner Feder. Den stimmungsvollen Konzertabschluss bildete Johannes Brahms Streichquartett Nr. 2 a-Moll, op. 51/2. Für Brahms war das Quartettkomponieren, so zumindest die Überlieferung, eine ziemlich belastende und schweißtreibende Angelegenheit: Doch auch die vier jungen Musiker mussten bei ihrer Lieblingsbeschäftigung alles geben. Die Streichbögen flogen immer wieder in schwindelerregender Geschwindigkeit über die Saiten. Die Violinisten riss es manchmal sogar kurz von ihren Stühlen – musikalischer Hochleistungssport in Perfektion.
Unter den Applaus mischten sich auch immer wieder Bravo-Rufe, ja sogar Donnergrollen: Denn auch ein nahendes Gewitter wollte den großartigen Musikern offenbar seine Aufwartung machen und der etwas ruhigeren Joseph Haydn-Zugabe (Op. 1 Nr. 1) lauschen.
Eine ruhigere Haydn-Zugabe
„Die Künstler haben uns einen wunderschönen Abend beschert“, sprach Grabenstätts Bürgermeister Georg Schützinger allen anwesenden Musikfreunden aus der Seele. Für die Gemeinde sei es „eine große Ehre und Freude beim Musiksommer dabei zu sein“ und man hoffe, dass man auch im kommenden Jahr wieder den Zuschlag erhalten werde, so das Gemeindeoberhaupt.
Die Chancen dafür stehen indes alles andere als schlecht: Denn wie der künstlerische Leiter des Musiksommers zwischen Inn und Salzach, Augustin Spiel, am Rande der Veranstaltung verriet, sei Grabenstätt „seit vielen Jahren ein verlässlicher Ort für den Musiksommer“ mit einem „immer sehr qualifizierten Publikum“.