Samerberger Künstlerkreis

„Eigenart“ im ehemaligen Kuhstall

von Redaktion

Ausstellung in Grainbach ist noch bis 30. Juni zu sehen

Samerberg – 22 Mitglieder des Samerberger Künstlerkreises präsentieren derzeit ihre Arbeiten in Grainbach. Dort fanden sie, nachdem sie ihre Ausstellungsräume in Törwang aufgeben mussten, ein neues Zuhause. Ermöglicht hatte ihnen dies der Münchner Virologe, Professor Dr. Michael Roggendorf. Im Grainbacher Oberdorf rettete er einen Kuhstall, der einem Neubau zum Opfer fallen sollte, und baute ihn zu einem großen Galerieraum um, den er nun dem Samerberger Künstlerkreis für seine Ausstellungen zur Verfügung stellt.

Bei der Vernissage zeigte sich der Vorsitzende des Künstlerkreises, Hermann Erhard, glücklich über die neue Raumsituation. Zumal sich der Samerberger Künstlerkreis in letzter Zeit überaus positiv entwickelt habe. Die Vorstandschaft besteht nun aus drei Personen, dazu zählten außer Erhard noch die Rosenheimer Malerin Gloria Weicher und der Priener Künstler Dirk Waltenbauer. An jedem letzten Freitag im Monat trifft man sich im Gasthof „Zur Post“ in Törwang zu einem Künstlerstammtisch.

Als Thema der aktuellen Ausstellung hatten sich die Mitglieder auf „Eigenart“ geeinigt. Dabei konnte jeder Künstler nach seiner ganz eigenen Vorstellung arbeiten. Dem entsprechend sind die 93 Exponate ausgefallen, von der Malerei über Holzschnitte und Skulpturen bis hin zur Fotografie.

Einige der Arbeiten sind für den Ausstellungsbesucher unschwer zu „identifizieren“. Im ganzen Raum stößt er auf Keramiken von Rudi Schiedermair. Da sind Tiere aus Keramik-Rakubrand wie der Stier „Torro“, die „Drei Antilopen“ oder das „Kalb Zenzi“, aber auch elegante Damen wie die „Lady in Red“.

Die Keramik aus Steinzeugbrand mit dem Titel „Engel“ und der „Waldgeist“, eine Skulptur aus Ton und Holz, weisen eindeutig auf Christa Pfeifer-Chorus hin. Die Terrakotta-Figuren wie die Dame „lange weilen“ stammen unzweifelhaft von Helga Zellner. Auch die Acrylbilder von Dirk Waltenbauer sprechen ihre eigene Sprache. Feenhaft präsentiert sich beispielsweise die Königin von Saba, die nach dem Mond greift.

Unverwechselbar von Hans Sagmeister ist das großformatige Ölbild „Soccer Trump“, auf der die Spieler Trikots verschiedener Nationalitäten tragen. Im Vordergrund hat eine Person das USA-Trikot an und trägt Trumps unverkennbare Mähne.

Andererseits überrascht Eyelyn Erhard-Stieglitz aufs Neue. Diesmal mit farbintensiven Gouachen wie „Aufblühen“. Verträumt wiederum gibt sich Gloria Weicher mit einer Mischtechnik. Auch Dagmar Haitzinger lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen, so die Fotoweberei auf Pappe, „Watercolour Symphony“.

Schade nur, dass man bei der Vielfalt und Vielfältigkeit der Exponate nicht alle Künstler erwähnen kann, denn ein jeder von ihnen hätte es verdient. Vielleicht noch eine Arbeit, die heraussticht: „Ü-30“ heißt eine Tusche auf kreidegrundierter Leinwand von Elisabeth Schmähling, die durch ihre Verschwommenheit besticht.

Zu sehen ist die Ausstellung bis 30. Juni, freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr in Samerberg-Grainbach, Oberdorf 16. Der Weg ist beschildert.

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