Bad Endorfer Orgeltage

Ein zutiefst beseeltes Klarinettenspiel

von Redaktion

Schlusskonzert der Veranstaltungsreihe mit Händel, Schubert und Mozart

Bad Endorf – Ein Orchesterkonzert mit gleich drei Solisten beschloss die 26. Bad Endorfer Orgelwochen in der Jakobskirche. Die Isar Philharmonie München unter ihrem Gründer und Leiter Wolfram Graul begleitete mit in den schnellen Sätzen schwungvollem, in den langsamen etwas breitem Orchesterklang zwei Orgelkonzerte von Georg Friedrich Händel. Das eine in A-Dur op.7 Nr. 2 spielte die musikalische Hausherrin Judith Trifellner-Spalt hurtig-virtuos mit viel Koloraturen-Geglitzer, das andere in F-Dur op.4 Nr. 4 Gerhard Franke mit viel barockem Schwung, ja fast Swing.

Schuberts 5. Sinfonie, die man gerne schlüssig als „Mozart auf die Weise Schuberts“ beschreibt, spielte die Isar Philharmonie straff, schnell und rund, mit immer neuem Energieschub und insgesamt in dem Tonfall liebenswürdiger Freundlichkeit, der dieser Sinfonie eignet.

Und Mozart gab’s dann tatsächlich, nämlich dessen Klarinettenkonzert in A-Dur KV 622. Damit verzauberte Elisabeth Dögerl, die aus Bad Endorf stammt und am Rosenheimer Ignaz-Günther-Gymnasium Abitur gemacht hat, das Publikum, das sie mit Beifall geradezu überschüttete. Dögerl phrasierte schön natürlich aufblühend und leise versinkend, zog zarte dynamische Bögen, hatte viel Luft für die langen Melodiebögen, spielte mit tadellosem Ansatz leicht, duftig und tonschön und durchlief alle Lagen ohne Übergangskollateralschäden, ließ ihre Klarinette arios singen, ohne zu sentimentalisieren, zeigte im Schlusssatz viel tänzerische Leichtigkeit und ließ anmutig hören, wie sehr Mozart dieses Instrument geliebt hat, das er wie etwas Menschliches, etwas Beseeltes behandelt hat. Und zutiefst menschlich und zutiefst beseelt war auch das Spiel von Elisabeth Dögerl.

Wolfram Graul begleitete mit seinem Orchester, das er zu wirklichem Allegro antrieb, sehr empfindsam und ließ der Solistin, indem er sein Orchester ganz zurücknahm, in den Solostellen viel Raum: Mozart in all seiner Schönheit und all seinem Tiefsinn.

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