Opernfestival gut Immling

Lorenzo Coladonato springt ein

von Redaktion

Italienischer Dirigent übernimmt Verdis „Don Carlo“ für erkrankte Cornelia von Kerssenbrock

Halfing – Das Immling-Festival startet morgen, Samstag, in die neue Saison. Immer wieder gibt es gerade kurz vor der großen Eröffnungspremiere kleinere und größere Hürden zu überwinden. Auch dieses Jahr macht da keine Ausnahme. Aufgrund einer Erkrankung von Cornelia von Kerssenbrock musste kurzfristig Ersatz für die musikalische Leitung der Verdi-Oper „Don Carlo“ gefunden werden. Der italienische Dirigent Lorenzo Coladonato der bereits mit zahlreichen renommierten Orchestern, wie den Wiener Symphonikern oder dem Mozarteumorchester Salzburg zusammengearbeitet hat, sprang ein und übernahm die Produktion.

Herr Coladonato, wie gefällt es Ihnen in Immling?

Lorenzo Coladonato: Die Atmosphäre ist sehr spannend – das Orchester bildet mit den Sängern und dem Regisseur ein sehr gutes Team. Vor allem das Zusammenleben ist wirklich einzigartig. Man trifft sich immer auch außerhalb der Proben und das macht die Teamatmosphäre noch stärker.

Wie würden Sie Ihre Arbeit mit den Solisten beschreiben?

Die Solisten sind in dieser Produktion, die ich auch beurteilen kann, wahnsinnig gute Sänger. Ich schätze deren Leidenschaft sehr. Man spürt, dass hier Leute arbeiten, die Musik und Oper wirklich lieben. Die Zusammenarbeit ist intensiv und alle haben großen Spaß dabei. So muss es sein!

Sie sind aufgrund der Erkrankung von Cornelia von Kerssenbrocks sehr kurzfristig eingesprungen….

Ja, tatsächlich steht es erst seit dem 15. Mai fest, aber ich hatte zufällig frei und somit passte das einfach. Ich bin dankbar und freue mich, hier sein zu können. Auch wenn ich französisches und russisches Repertoire mag: Für mich als Italiener ist „Don Carlo“ ohnehin eine Oper, von der man nie genug bekommt. Sie ist eine der umfangreichsten und spannendsten Opern Verdis. Für das Immling Festival wurde die vieraktige, kürzere Fassung gewählt und so steht der politische Aspekt mehr im Vordergrund als die Liebesgeschichte.

Wie finden Sie persönlich die Inszenierung?

Die Arbeit mit Regisseur Stefano Simone Pintor ist zunächst mal sehr inspirierend. Aufgrund der relativ kleinen Bühne hier in Immling bedarf es guter Planung und einige Dinge müssen improvisiert werden. Stefano hat dazu wirklich tolle Ideen und macht die gegebenen Nachteile fast schon zu Glücksfällen. Solche Überraschungsmomente liebe ich, und die gibt es in dieser Produktion wirklich einige. Es geht ja auch immer darum, eine Geschichte gut zu erzählen. In dieser Produktion sind Musik und Regie aber sehr stimmig. Wir freuen uns alle schon auf die Premiere am Samstag und sind gespannt, was die Zuschauer sagen.

International erfolgreich

Der gebürtige Italiener war am Opernhaus Zürich tätig und war Kapellmeister bei der Philharmonie Baden-Baden. 2013 führte ihn seine Karriere zur Staatsoper Mersin in die Türkei, wo er bis vor Kurzem als Generalmusikdirektor tätig war. Von dort aus debütierte er etwa mit „Turdandot“ bei den Bregenzer Festspielen oder dirigierte Bellinis „Sonnambula“ in Salzburg. Sein Dirigat von Beethovens Violinkonzert mit David Garrett und der Russischen Nationalphilharmonie im Festspielhaus Baden-Baden wurde mehrfach im Fernsehen ausgestrahlt.

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