Musik zum deutschen WM-Auftakt

Anpfiff zum Stummfilmfußball

von Redaktion

Jörg Müller begleitet Match am Piano

Rosenheim – In den Saloons des amerikanischen Westens hingen Schilder mit der Aufschrift „Schießen Sie nicht auf den Pianisten“. Im Jazzclub „Le Pirate“ begleitete der Pianist zwar keine Revolver-, aber immerhin die Torschüsse der Nationalmannschaften von Deutschland und Mexiko. Zur ersten Auflage des „Rosenheimer Stummfilmfußballs“ fanden sich immerhin ein paar Enthusiasten, um auf Leinwand das erste Match mit deutscher Beteiligung zu verfolgen. Klar, dass Jörg Müller erst einmal die Nationalhymnen intonierte, auch mexikanische Titel wie der „Mexican Hat Dance“ standen auf dem Programm. Ragtimes und Boogie-Woogie-Rhythmen hatte Jörg Müller auf seiner Liste, wobei die deutschen Kicker dem Tempo der Tastatur oft hinterherhinkten. Bei den Mexikanern war es da schon stimmiger.

Sehr gut passte die Spannungserzeugung am Piano bei Freistößen aus gefährlicher Position – ein eindringliches Tremolo von Jörg Müller war hier sicher passender als ein dröger Fernsehkommentar. Gelungen war es auch, als Jörg Müller eine von Namensvetter Thomas herausgeholte Ecke mit dem Pink-Panther-Thema kommentierte.

Mit „I got music, I got rhythm“ und der Erkennungsmelodie der Muppet-Show ging es fröhlich weiter mit populären Titeln und immer in Bestrebung, das deutsche Team musikalisch zu unterstützen. Die Steigerung der Dramatik und die verrinnende Zeit machten sogar ein „Smoke on the Water“ nötig, auf das – namentlich passend – Sebastian Brandt noch mit einem mächtigen, leider das Ziel verfehlenden, Fernschuss reagierte. Ohne die oft staatstragenden Fernsehkommentare betonte das flotte Piano eindringlich die Bewegung auf dem Platz und den Charakter des Ganzen – nämlich als Spiel.

Jörg Müller wird das Match gegen Südkorea (Mittwoch, 27. Juni) wieder begleiten, für das Spiel gegen Schweden (Samstag, 23. Juni) wurde noch ein Pianist gesucht.

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