München/Riedering – „Im BR-Fernsehen zählt das Chiemgauer Volkstheater zu den erfolgreichsten Sendereihen und hat auch außerhalb Bayerns seit Jahren eine große Fangemeinde.“ So steht es auf der Seite der BR-Mediathek für das Chiemgauer Volkstheater. Dennoch will sich der Bayerische Rundfunk jetzt nach über 180 gemeinsamen TV-Produktionen von dem Theater-Ensemble aus Riedering trennen.
Seit 1992 sind die „Chiemgauer“ mit ihren Inszenierungen im TV präsent, erst bei Sat.1, seit 1995 im BR. Sechs TV-Aufzeichnungen mit Publikum jährlich haben das Theater in ganz Deutschland und darüber hinaus bekannt gemacht. Und haben dem BR solange gute Quoten beschert, solange das Format jeden zweiten Freitag auf dem Programm stand. Seit der BR das Chiemgauer Volkstheater allerdings vor sieben Jahren als Tatort-Konkurrenz jeden dritten Sonntag ab 19.45 Uhr ausstrahlt, bröckeln die Einschaltquoten etwas.
Mit „steigendem Kostendruck“ begründet das Bayerische Fernsehen die Trennung von ihrem langjährigen Partner und betont, dass von einem Bruch nicht die Rede sein könne: „In einem längeren, persönlichen Gespräch wurden der Familie Helfrich die Hintergründe der Beendigung erläutert. Im gegenseitigen Einvernehmen wurde die Entscheidung akzeptiert. Wir haben uns gegen eine Fortführung des Chiemgauer Volkstheaters ab dem Jahr 2019 entschieden, da wir das Genre Volkstheater ab 2019 neu aufstellen wollen. Steigender Kostendruck macht es uns leider unmöglich, an allen Formaten dauerhaft festzuhalten.“
Bernd Helfrich, Leiter des Chiemgauer Volkstheaters, will sich bis zur letzten Aufzeichnung am 28. Juni nicht öffentlich äußern. Nur dass „es keine schöne Sache“ sei und dass es mit den Chiemgauer Volkstheater weiter geht. Wie? Das will Helfrich den Fans erklären, wenn nach dem Stück „Nicht öffentlich“ der letzte Vorhang in Haar fällt. Immerhin hat das Chiemgauer Volkstheater als festes Ensemble, das jedes Jahr mit jeweils zwei Tournee-Produktionen durch die Lande zieht, eine Zukunft.
Die soll es beim BR auch für den berühmten Komödienstadel geben, der einst einmal jährlich live von der Berliner Funkausstellung gesendet und mittlerweile ebenfalls als BR-Fernsehreihe läuft. Hier stellt der BR klar: „Der Komödienstadel ist und bleibt fester Bestandteil des Programms im BR Fernsehen. Mehr noch: Ab 2019 wollen wir einen Großteil der Theater-Produktionen unter der Marke „Komödienstadel“ bündeln – einerseits möchten wir damit eine seit vielen Jahren starke Marke in die Zukunft führen, andererseits unser Angebot klarer strukturieren. Ungeachtet dessen wird es weiterhin die „Komödie aus Franken“ sowie die erfolgreichen „Brettl-Spitzen“ geben“ – und freilich die Reihe „Das neue Volkstheater – Heimatbühne Bayern – auf Tour“, produziert von der deutschen Dependance einer österreichischen Produktionsfirma. Den Anfang macht hier die Familienkomödie „Hotel Mama“ von Thomas Stammberger, die im November 2017 mit großem Aufwand in Bad Wiessee aufgezeichnet wurde. Allerdings steht der Sendetermin noch nicht fest.
Wer das Chiemgauer Volkstheater noch einmal live bei einer BR-Aufzeichnung sehen möchte, kann dies am 22. und 23. Juni mit der Komödie „Ein guter Rutsch“ (Ausstrahlung Silvesterabend 2018) und am 27. und 28. Juni mit der Komödie „Nicht öffentlich“ im Kleinen Theater Haar in Haar tun. Einlass 18.45 Uhr, Beginn 19.45 Uhr. Tickets unter www.reservix.de oder Telefon 01806/700733.