Benefizkonzert

Auch dem Müllner-Peter hätte es gefallen

von Redaktion

Eindrucksvolles Musikerlebnis zum 175. Todestag des berühmten Sohnes von Sachrang

Aschau – Das war ein echter Höhepunkt im musikalischen, aber auch im gesellschaftlichen Sachranger Jahresablauf. Zum ersten Mal hatten das Musikforum Sachrang und der Freundeskreis Müllner-Peter von Sachrang unter dem Vorsitz von Dieter Höppner ein Gedenkkonzert veranstaltet. Es galt dem berühmten Sohn ihres Dorfes Peter Huber, bekannt als der Müllner-Peter von Sachrang, zu dessen 175. Todestag und war zugleich ein Benefizkonzert zugunsten der Sachranger Pfarrkirche St. Michael. Sie war die Wirkungsstätte des Müllner Peter und ihr Dach ist dringend renovierungsbedürftig.

Und so war die Pfarrkirche am Sonntagnachmittag rappelvoll. Unter den Besuchern waren zahlreiche Gäste aus der Politik, aber auch Hans Berger, der viele Stücke aus der Feder von Peter Huber neu gesetzt und mit seinem Ensemble zur Aufführung gebracht hatte.

Ein Novum an dem Konzert war, dass viele Stücke aus dem Sachranger Notenschatz dank einer Digitalisierung gespielt werden konnten. Am Vortag des Konzerts hatte man dieses Thema in einem Symposium mit Vertretern aus der Bayerischen Nationalbibliothek und dem Haus der Geschichte zusammen mit dem Musikforum Sachrang ausführlich behandelt.

Für Sachrang ist es ein wahrer Segen, dass der international renommierte Musikprofessor Hansjörg Schellenberger im Dorf ansässig ist. Zusammen mit Christine Klinger als Musikreferentin des Freundeskreises Müllner Peter von Sachrang hatte Schellenberger die Musikstücke des Konzerts ausgewählt und die Leitung übernommen. Im Verlauf des Konzerts glänzten Schellenberger als Oboist im Orchester und Christine Klinger als Altistin im Chor.

Das Konzert selbst war eine gelungene Zusammenstellung aus Kirchen- und Kammermusik. Orchester und Chor wechselten einander ab. Da war zum einen das Junge Klangforum des Musikforums Sachrang mit Streichquartett, Hörnern und Oboe und zum anderen der Chor, bestehend aus der Sopranistin Michaela Unterseher, der Altistin Christine Klinger, dem Tenor Rupert Schäffer und dem Bassisten Martin Hörberg, begleitet von Udo Brandes an der Orgel.

Innig bis eindringlich flehend sangen sie zumeist Lieder aus der Kirchenliturgie von Augustin Holler. Doch auch weltliche Stücke hatte Holler dem Notenschatz beigesteuert. Im Konzert erklang das Allegro als erster Satz aus dem Advertissement für Horn und Streicher. Eindrucksvoll waren auch die beiden Serenaden in C-Dur von Augustin Holler, wobei vor allem die Oboe begeisterte. Dazu jubilierten Hörner und Oboe und die Streicher zupften teils zum heiteren Allegro, zum tänzerischen Menuett und einfühlsamen Adagio.

Von Holler stammte auch das Schlussstück des Konzerts, das „Agnus Dei“ und das „Dona nobis pacem“ aus seiner „Missa solemnis in D-Dur“. Der Chor wurde begleitet von Orgel und Streichern – ein wunderbarer Abschluss. Die Zuhörer dankten den Musikern mit minutenlangem Applaus. Auch dem Müllner-Peter hätte es gefallen!

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