Gemeinschaftschor und Ensemble

Ein furioses Gotteslob

von Redaktion

Hans Berger begeistert mit „Herr, dieser Tag“ in der Oberaudorfer Pfarrkirche

Oberaudorf – Hans Berger ist wahrlich ein Menschenfänger. In einer Zeit, in der Kirchgang von vielen eher als Bürde erachtet wird, ist es mutig, ein musikalisches Projekt für Kinder und Jugendliche umzusetzen. Zum einen gilt es, Glaubensinhalte altersgerecht zu transportieren, zum anderen erfordert es auch einen Chor, der bereit ist, sich selbst zurückzunehmen, um Kindern und jungen Menschen gewissermaßen das Feld zu überlassen. „Es braucht Lieder und Texte, die ins Gehör gehen“, das ist das Credo von Hans Berger. Seine Überzeugung: Was anrührt, was inhaltlich verständlich ist, das berührt – und das ist mit „Herr, dieser Tag“ vollends gelungen.

Für Gemeinde, Kinderchor, gemischten Chor und Instrumente hat Hans Berger diese Lieder geschrieben. Sakrale Lieder, die sich durchaus laut schmettern lassen, die aber auch leise in den hellen Tag oder die manchmal dunkle Nacht hineingesungen werden können.

Nein, die Texte, die Hans Berger vertont, blenden nicht aus, dass das Leben – vor allem das Leben der jungen Menschen – von Orientierungslosigkeit, medialer Überpräsenz und andauerndem Leistungsdruck geprägt ist. Als Beispiel sei hier „Das Zeitenrad“ von Georg Thurmair genannt. „Schon mancher stürmte aus dem Haus und schaute nach dem Großen aus und ließ die Zeit vergehen. Wer nur nach großen Dingen sieht und so das kleine Leben flieht, bleibt töricht stehen.“

Nicht nur diese Mahnung setzten der Montini-Chor, der Kinderchor von Birgit Sporer sowie das großen Ensemble Hans Berger musikalisch und gesanglich mitreißend in der voll besetzten Pfarrkirche um, auch unterstützt von den Erstkommunionkindern der Grundschule Oberaudorf.

Mit der vermeintlichen Reduktion auf das Wesentliche gelang Hans Berger eine besonders bewegende abendliche Stunde. Sie wurde aber auch deshalb so besonders, weil die Zuhörer schlussendlich von der Botschaft Hans Bergers befeuert wurden und sie schon in seinem Sinne umsetzten: Singen ist Gebet. Lauthals singen bedeutet demnach schon innig beten. Das gemeinsam gesungene Te Deum weitete sich zu einem gesungenen Gebet, einem furiosen Gotteslob, das wohl lange in den Herzen aller Besucher nachschwingen wird.

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