Die OVB-Heimatzeitungen haben Matthias Kendlinger nach dem Premierenkonzert in der Oper von Lemberg befragt.
Lieber Herr Kendlinger, wie glücklich und erschöpft sind Sie jetzt?
Matthias Kendlinger: Ich bin jetzt zufrieden für diese Uraufführung des Cello-Konzertes. Wenn ich meine Musik höre, weiß ich schon, was ich das nächste Mal anders machen werde. Ich hab eine große Freude, meine ganze Musik hören zu können. Dadurch lerne ich mich auch selber besser kennen.
Wie schaffen Sie es, die Herzen der Menschen hier zu gewinnen, wie man es gerade gesehen hat?
Ich denke, die Menschen merken genau, ob’s Herzenswärme und Liebe zum Mitmenschen gibt. Ich mag die Menschen und ich will ihnen was Gutes tun. Ich denke, wenn man für die Menschen etwas Gutes tut, tut man sich selber auch etwas Gutes.
Ich habe gehört, dass das Atom-Unglück in Tschernobyl eigentlich die Ursache für dieses Festival ist. Stimmt das?
Der jetzige Orchesterdirektor Oleg Stankevych war mit einer Kindergruppe nach diesem Unglück zur Erholung in Tirol, da ist ein Kind sehr krank geworden und da haben sie jemanden gesucht, der Russisch sprechen kann, und meine Frau Larissa kann Russisch. Dadurch ist dieser Kontakt entstanden. Ich bin in die Nationaloper in Kiew eingeladen worden, hab mich aber nicht so wohl gefühlt dort, und der Oleg hat dann gesagt, bitte besuche Lemberg, wir haben gute Musiker und ein gutes Opernhaus! Ich bin da angekommen und ich habe gleich gedacht: Ich bin da zu Hause. Das ist jetzt meine zweite Heimat geworden.
Interview: Rainer W. Janka