CHIEMSEEBRUCK-galerie

Kunstwerke aus tiefster Seele

von Redaktion

Tuschezeichnungen und Gemälde von Jutta Mayr

Seebruck – Ich sehe was, was du nicht siehst. Und was? Was genau? In der Ausstellung von Jutta Mayr in der Seebrucker Chiemseebruck-Galerie wird schnell klar, woher der Ausstellungstitel „fragwürdig?“ rührt. Jutta Mayrs Gemälde und Zeichnungen werfen Fragen auf. Sie sind jeder Frage „würdig“. Und hinter jeder Antwort bleibt ein Fragezeichen, denn die „richtige“ Antwort gibt es nicht. Kunst soll in Frage stellen, polarisieren, zusammenführen, Dinge ausdrücken, die mit Sprache nicht auszudrücken sind. Genau das will die gebürtige Düsseldorferin, die seit 1970 in Bayern lebt.

Wie man in der Einführung von Herbert Stahl, Erster Vorsitzender des Kunstverein Traunstein erfuhr, entspringen Mayrs Arbeiten jahrelanger konsequenter Auseinandersetzung mit dem Zeichnen und dem Malen, die sie dazu befähigten, mit unerbittlicher Genauigkeit ihrer Wahrnehmung Gestalt zu geben. Zeichnen heißt für sie wahrnehmen, auch das, was unsichtbar ist und es im Pinselstrich verarbeitet „erlebbar“ zu machen: Ihre Tuschezeichnungen wirken ein wenig wie Charakterstudien. Zu sehen ist ein Mensch mit übergroßem Kopf, dargestellt in zarten, sparsamen Linien. Kopffüßler? Ein Denker? Proportionen werden dem Inhalt unterjocht. Ein Gesicht mit unmissverständlichem Gesichtsausdruck: Momentaufnahme oder Seelenschau? Für Mayr zählt die Wirklichkeit des Augenblicks.

Mayrs großformatige Gemälde könnten in ihrer Wirkung ähnlich beschrieben werden. Expressiv, stark farbig, mehr oder weniger abstrahiert und flächig definiert, sind sie zum großen Teil von vielen linearen Elementen durchzogen. Der Betrachter braucht Zeit, um in die Vielschichtigkeit ihrer Symbolik einzutauchen und verliert sich dann im Entdecken immer neuer Details.

Bis 29. Juli. Montag bis Donnerstag. 14 bis 17 Uhr und Samstag/ Sonntag, 14 bis 18 Uhr (www.chiemsee- bruckgalerie.de)bek

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