Tiroler Festspiele

Musik wie prickelnder Champagner

von Redaktion

„Beethoven Triple“ im großen Konzertsaal des Festspielhauses

Erl – Mit Beethovens Violinsonate Nr. 5 in F-Dur op. 24, der sogenannten „Frühlingssonate“ zauberten Yevgeny Chepovetsky (Violine) und Markus Schirmer (Klavier) in den großen Konzertsaal von Erl gleich zu Beginn eine Atmosphäre duftiger Zartheit und Unbeschwertheit. Unter dem Motto „Beethoven Triple“ standen aber noch weitere kammermusikalische Beethoven-Klassiker auf dem Programm, darunter seine dritte Cellosonate und das „Gassenhauer-Trio“.

Beethovens herrliche „Frühlingssonate“ sollte man zu jeder Jahreszeit hören. Die sanfte Gesanglichkeit und die absteigenden Tonleiterfolgen im Allegro spielten die beiden Musiker mit großer Sensibilität und virtuoser Brillanz. Das bereits nach dem zweiten Satz etwas unschlüssig Beifall aufbrandete, schien das Duo nicht zu irritieren. Der abgeklärt ausschwingende Wechselgesang zwischen Geige und Klavier und die zarten Akkordbrechungen des jeweils begleitenden Instruments waren von einer berückenden perlenden Klarheit und Durchsichtigkeit. Nach dem rhythmischen Scherzo wirkte das Allegro ma non troppo mit den fröhlich wirbelnden Tonleitern noch einmal wie prickelnder Champagner.

Schwungvolle spielerische Figurationen kennzeichneten die Cello-Sonate in A-Dur op. 69. Cellistin Julia Hagen in leuchtend rotem Kleid bildete mit dem Pianisten Markus Schirmer eine raumfüllende musikalische Einheit. Warme, dunkelherbe Cellotöne und funkelnde Klavierakkorde standen stets in bewundernswerter Balance. Schön anzuhören war der erneute Wechsel zwischen zarten Lyrismen und elektrisierender Virtuosität. Im Allegro vivace kontrastierten nachschwingende Cellotöne und sparsam eingesetztes Vibrato mit leuchtenden Klavierpassagen.

Eine humoristische Wirkung hatte das „Duett mit zwei obligaten Augengläsern“ in Es-Dur, in dem Violine und Cello in einen lebhaften virtuosen Dialog traten. Die Farbigkeit der Komposition und die witzigen spielerischen Imitationen riefen viel Beifall hervor.

Höhepunkt aber war das „Gassenhauer-Trio“ op. 11 in B-Dur. Alle drei Musiker spielten das Werk mit einer Leichtigkeit, einer Freude und Farbigkeit, die beglückte. Das temperamentvolle Allegretto con brio, die liedhaft schlichte Melodie im Adagio, aber auch das reißerische Thema im Schlusssatz mit seinen mannigfaltigen Variationen begeisterten die Hörer. Nach dem stürmischen Beifall bedankten sich die drei Musiker bei den Besuchern noch mit dem kurzen Scherzo aus Beethovens zweitem Klaviertrio op. 1.

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