Rosenheim – Quer durch die Generationen ging das Besucherspektrum beim Konzert von Johannes Oerding beim Sommerfestival. Und so waren von Teenies bis zu deren Großeltern bei auffällig hohem Frauenanteil die verschiedensten Altersgruppen vertreten, um einem der angesagtesten Protagonisten des deutschen Pops zuzuhören und zuzusehen.
Optisch würde der Musiker mit seinem Hut und angedeutetem Bart ganz gut in die hiesige Holztechnikerszene passen. Musikalisch war es eher das Gegenteil von hölzern, sondern eher schmeichelnd und rheinländisch-charmant. Mit den bewährten Ansprachen („Und jetzt dreht sich jeder zu seinem Nachbarn und stellt sich mit Vornamen vor“, „Hier ist viel Liebe auf dem Platz“) holte Oerding das Publikum mit ins Boot und präsentierte sein Programm mit viel melodiösem Pop. Die Stärke Oerdings ist sicher seine hohe, klare Falsettstimme, die durch die eingängige und routinierte, jedoch wenig originelle Instrumentalbegleitung sehr gut zur Geltung kam.
Mitunter kokettierte Oerding damit eine Spur zu viel in Extrapassagen und Coverversionen („I will always love you“, „Amadeus“), statt stimmlich in eigenen Songs zu punkten. Dafür kamen diese textlich gut verständlich daher, wodurch er sich wohltuend vom oft verbreiteten Deutsch-Soul-Genuschle abhob – klarer Pluspunkt für den Sänger aus Hamburg! Das „Bad in der Menge“ garnierte er mit einem „Could you be loved“ zum Mitsingen und überraschte mit einem Gastauftritt des Nachwuchssängers Lukas, der schon Auftritte bei den „The Voice Kids“ vorweisen kann, dort aber mit einem Oerding-Lied nicht weiter punkten konnte.
Zu seinem Song „Wenn sich alles in Kreisen bewegt“ brannten recht schön einige Wunderkerzen. So war’s insgesamt ein gefälliger Pop-Abend quer durch die Generationen, das eigentliche Feuerwerk gab’s aber erst danach.