Bernau – Elena Badlo, Kantorin aus Prien, gratulierte Johann Sebastian Bach zum 333. Geburtstag auf besondere Weise: Dem Komponisten widmete sie in der Pfarrkirche St. Laurentius ein Orgelkonzert. Vier Werke, die von der kompositorischen Meisterschaft Bachs zeugten, aber auch volle Konzentration abverlangten, und die die Organistin mit einer Registrierung selten gehörter Klangeffekte darbot.
Den Auftakt machte die Fantasie und Fuge in a-Moll BWV 561, die trotz ihrer Weiträumigkeit und effektvollen und ansprechenden Wirkung leider nicht allzu oft gespielt wird. Elena Badlo ließ es an ausgefeilter und zügiger Wiedergabe nicht fehlen, schnelle Arpeggien und kurz kadenzierte Akkordschläge in der Fantasie waren da Beweis, und trotz beständigem Wiederholens des Themas in der Fuga klang stets Munterkeit und Lebhaftigkeit durch.
Die Triosonate Nr. 1 in Es-Dur BWV 525 stand als nächstes auf dem Programm, Triosonate als Ausdruck für drei Stimmen, weil hier die beiden Manuale und das Pedal unabhängig und rein einstimmig geführt sind. Eine nicht unerhebliche Aufgabe für den Organisten, sind doch die drei Sätze kontrapunktisch und mit häufigen Fugen angelegt. Der erste Satz duftig-leicht, der zweite lyrisch-besinnlich, der dritte tänzerisch-bewegt, das war barocke Lebensfreude durch und durch. Dem gegenüber stand dann das „Jesu meine Freude“, BWV 610, in c-Moll. Das Stück aus dem Orgelbüchlein, von Bach mit Choralvorspielen während seiner Amtszeit in Weimar 1712 bis 1717 gefüllt und zusammengestellt, wirkte durch seine klare Stimmführung und das perfekt-ruhige Tempo wohltuend beruhigend. Denn gleich der gleichnamigen Motette (BWV 227) musikalisch im Ton einer Trauermusik gehalten, geht es hier um die Abkehr von den weltlichen Dingen und der Hinwendung zu Jesu, der über alle Traurigkeit im Schluss triumphiert: „Dennoch bleibst auch du im Leide, Jesu meine Freude.“
Im Stile Vivaldis klang dann das Orgelkonzert in C-Dur BWV 594. Elena Badlo gelang ein lebendiges Klangbild, bei der konzertant-virtuose Unterhaltsamkeit und vergnügte Leichtigkeit durchschimmerten. Vom Allegro zum Recitativo Adagio, das expressiv und leidenschaftlich ist und dann doch klagend ausklingt, ehe es wieder ins Allegro übergeht. Ein extravagantes Konzert, das die kompositorische Raffinesse Bachs zeigte.
Barock-wuchtig dann die Zugabe der bekannten Toccata in d-Moll (BWV 565) – erfrischend schlicht, wenige Modulationen, aber wirkungssvoll – ein gelungenes Geburtstagskonzert zu Ehren des Barockkomponisten.