Wasserburg/Au am Inn – Die Menschen in der Region und im Altlandkreis Wasserburg trauern um C.A. Wasserburger. Der Brauer und Künstler starb am Dienstag im Alter von 77 Jahren in München.
„Alles was ist, ist aller Wahrscheinlichkeit nach scheinbar. Alles ist vergänglich. Alles ist Verlust“, heißt es auf seiner Homepage unter dem Icon „Philosophie“. Jetzt, wo C.A. Wasserburger tot ist, scheint der hinterlegte Text wie eine Vorahnung. Und weiter ist zu lesen: „Hinterlassenschaft ist Vergangenheit. Das Sein ein Rätsel. Bilder sind Gedächtnisse an das Vergängliche“. Angehörige, Freunde und künstlerische Weggefährten müssen mit dieser Vergänglichkeit und dem Tod von C.A. Wasserburger jetzt leben.
Alexander Hatzl, der sich seit den 1970er-Jahren C.A. Wasserburger nannte, wurde 1941 in München geboren. Er wuchs in Wasserburg auf und lernte zunächst das Brauer- und Mälzerhandwerk. Als 20-Jähriger übernahm er gemeinsam mit dem Bruder die elterliche Brauerei. Seine ersten künstlerischen Arbeiten entstanden schon zwei Jahre zuvor. In der Folgezeit gewann dann die Kunst immer mehr an Bedeutung in Hatzls Leben; er zeichnete, malte, gestaltete Collagen, Objektkunst und Installationen. In der besonderen Aufbruchsstimmung des Jahres 1968 entstand die Idee zu einer großen Kunstausstellung in Wasserburg. Alexander Hatzl traf auf Boidl Wagenstetter. Per Zeitungsannonce suchten die beiden Künstler interessierte Mitstreiter für eine gemeinsame Ausstellung im Wasserburger Rathaussaal. Weil aber ein solches Vorhaben durch einen Verein leichter zu stemmen war als von einer Einzelperson, wurde der Arbeitskreis 68 gegründet. Alexander Hatzl übernahm dann für die nächsten elf Jahre den Vorsitz im AK 68, der Künstlergemeinschaft in Wasserburg am Inn.
1970 musste die Brauerei aufgegeben werden und C.A. Wasserburger wandte sich ausschließlich dem künstlerischen Schaffen zu. Es folgten zahlreiche Auslandsaufenthalte und Begegnungen mit international bekannten Künstlerkollegen. Die Eindrücke, die C.A. Wasserburger auf seinen Reisen sammelte, beeinflussten auch sein künstlerisches Werk. Er entdeckte für sich immer wieder neue Medien und Techniken. Er widmete sich der Fotokunst und gestaltete Vinorelle, in denen farbintensiver Rotwein als Malmedium Verwendung fand.
Hatzl war an zahlreichen Ausstellungen, Veröffentlichungen und internationalen Kunstmessen im In- und Ausland beteiligt. Heute finden sich seine Arbeiten in der Bayerischen Staatsgemäldesammlung oder in Kunstmuseen wie dem Dom Museum der Diözese Würzburg. Sie sind im Besitz von Landesbanken und in privaten Sammlungen. Zuletzt war der kleine Ort Au am Inn in der Gemeinde Gars sein Lebens- und Arbeitsmittelpunkt.
Mit dem Tod von Alexander Hatzl verliert die kulturelle Vielfalt in der Region eine ihrer markantesten Künstlerpersönlichkeiten. Er hat den Kunstverein und das Verhältnis zur Kunst in Wasserburg über viele Jahre maßgeblich geprägt. Durch sein Engagement hat Hatzl dafür gesorgt, dass die zeitgenössische Kunst seit 1968 auf breite Akzeptanz traf und in den Folgejahren immer mehr an Bedeutung gewann. C.A. Wasserburger leistete zu Wasserburgs Ruf als Kunst- und Kulturstadt einen wesentlichen Beitrag.
Wenn sich heute am frühen Abend das Löwentor im Wasserburger Rathaus öffnet und die Große Kunstausstellung im Jubiläumsjahr 2018 mit der Vernissage beginnt, dann wird einer ihrer Gründer und großen Künstler in der Region für immer fehlen.