Röhren aus tiefster Kehle

von Redaktion

Konzert mit „Reverend Beat-Man“ in der Asta

Rosenheim – „The White Wolf Is Back in Town“ hieß es am Wochenende, denn in der Asta-Kneipe gastierte niemand anderes als der Schweizer „Blues-Trash“-Magier „Reverend Beat-Man“.

Angesichts der herrschenden Temperaturen nur zu passend schien der Titel „Heat Wave“ des aktuellen Albums von „The Vagoos“. Die Wien-via-Rosenheimer Vorband betätigte sich mit ihrem sommerlichen Garagenrock erfolgreich als Einheizer, ehe zu fortgeschrittener Stunde „der Reverend“ seinen Platz auf der Bühne, hinter Schlagzeug, Gitarre und Mikrofon einnahm.

In der Tat, „Reverend Beat-Man“ ist eine Ein-Mann-Band, jedoch wohnt Beat Zeller, so der bürgerliche Name des Reverends, und seiner Musik – einer infernalischen Mischung aus Blues und Rock‘n‘Roll auf ein Minimum an Komplexität und ein Maximum an Wirkung und Lautstärke gebracht – genug Energie für drei voll besetzte Bands inne.

So brachte er das Asta-Publikum dazu, ihn zuletzt ohne Zugabe buchstäblich nicht von der Bühne zu lassen, zu tanzen – und auch zu lachen. Denn mag sein Gospel sich auch zu manch schräger Absurdität versteigen: Wenn der Reverend mit vollem Körpereinsatz musiziert, also gleichzeitig mit beiden Beinen auf das Schlagzeug eintritt, seine Gitarre würgt, und grimassierend aus tiefster Kehle ins beinah zwischen seinen Zähnen verschwindende Mikrophon röhrt, vermag er schier ungeheure positive Energien freizusetzen. Mit anderen Worten: Diesem Mann zuzuhören und zuzuschauen war eine schiere Freude und ein Erlebnis ganz eigener Art.

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