Bad Aibling – Die vier Solisten der Staatsoper Brünn verliehen dem Kurhaus Bad Aibling einen Hauch von Opernhaus, als sie – hochkarätig begleitet von Prof. Marta Vaskova am Flügel – das Schönste aus der Welt der Oper und Operette darboten.
Bassbariton David Szendjuk eröffnete als Papageno den Opernabend mit seinem Liebeswunsch aus der „Zauberflöte“ von W.A. Mozart, von dem Papagena alias Sopranistin Margherita Ondruskova locken ließ. Zusammen bekräftigten sie ihre gemeinsame Liebe in dem bekannten „Pa-pa-pa-ge-pa-pa-pa-ge…“.
Von Mozarts Zaubergarten ging es in die Welt der spanischen Schmuggler mit Ausschnitten aus George Bizets Oper Carmen. Tenor Jakub Rousek gab überzeugend den Don Jose und Radka Micova flirtete als Carmen mit dem Publikum in der Habanera-Arie. Der erste Teil des Programms war der klassischen Oper gewidmet und die vier Sänger verzauberten die Zuhörer einzeln oder im Duett mit Ausschnitten aus Mozarts „Don Giovanni“, Verdis „Rigoletto“, „Don Carlos“ und „Ernani“ sowie mit Gounods „Faust und Margherite“ und Puccinis „Turandot“ – stimmgewaltig und scheinbar mühelos wechselten die Sänger die Partien und Rollen.
War Mezzosopranistin Radka Micova gerade eben noch die schüchterne Zerlina in Mozarts Don Giovanni, so war sie ein paar Takte später die Zigeunerin Carmen, die alle Männer bezirzt. Aber auch die anderen drei Solisten glänzten. Als spanischer König Philipp brillierte Bassist Szendjuk in Verdis „Don Carlos“, Szendjuk gefiel vor allem in den tiefen Lagen.
„Nessun dorma“
darf nicht fehlen
Tenor Jakub Rousek stand mit seiner Arie „Nessun dorma“ aus Puccinis „Turandot“ den großen Opernkünstlern in nichts nach und Sopranistin Margherita Onduskova sang sich sehnsüchtig-verliebt als Lauretta aus Puccinis „Gianni Schicchi“ in die Herzen des Publikums. Mit der Barcarole aus „Hoffmanns Erzählungen“ von J. Offenbach stimmten Margherita Onduskova und Radka Micova auf den geselligen Teil ein.
Johann Strauss Operette vom „Zigeunerbaron“ kam dabei ebenso zu ihrem Recht wie das Wienerlied und Franz Lehars „Land des Lächelns.“ Das Lied „Dein ist mein ganzes Herz“ stimmte Tenor Rousek umwerfend an, sein Schlussakkord „Ich hab dich lieb“ aber wäre sanfter gesungen noch schöner gewesen. Ansprechend waren die Arie „Lächelnd“ aus der Operette „La Perichole“ von J. Offenbach mit einer gesanglich und spielerisch grandiosen Radka Micova sowie die Arie des Zopan aus dem Zigeunerbaron von Strauss mit dem ausdrucksstarken Szendjuk.
Mit der Fledermaus von J. Strauß endete der Abend: Rosalindas Czardas, gesungen von einer hinreißenden Margherita Ondruskova, leitete das Finale ein, ehe sich das Quartett walzerdrehend verabschiedete. Der lang anhaltende Beifall für die Sänger und für die Pianistin ließen die Brünner Künstler nochmal auf die Bühne kommen – das beinahe obligatorisch gewordene neapolitanische Volkslied „O sole mio“ geriet hier zu einem stimmgewaltigen und mit Augenzwinkern versehenen Finale, passend zum lauen Sommerabend.
Wer das Konzert verpasst hat, kann die Mitglieder der Staatsoper Brünn nochmals am Samstag, 25. August, um 20 Uhr im Kultursaal in Bad Endorf erleben.