Übersee – Das Künstlerhaus Exter in Übersee-Feldwies nimmt Abschied vom Sommer. Nur noch bis 9. September ist die Ausstellung „Julius Exter (1863 bis 1939) – Moore, Bäche, See“ täglich von 17 bis 19 Uhr in dem Museum am Blumenweg 5 zu sehen. Letzter Öffnungstag für heuer ist der Denkmalsonntag, 9. September, bei ausnahmsweise freiem Eintritt zwischen 10 und 19 Uhr.
2000 bis 3000 Besucher werden erwartet
Das rund 500 Jahre alte Bauernhaus, einstiger Künstlersitz des „Farbenfürsten“ Professor Julius Exter, schließt danach und ist erst wieder ab Himmelfahrt 2019 zugänglich. Gleiches gilt für den Künstlergarten und den Trödelmarkt, den der Trägerverein „Kunsthaus Übersee-Feldwies“ seit Jahren zugunsten des Exter-Hauses organisiert. Am Denkmaltag wird der ebenfalls gemeinnützige Verein „Aktiv für Tiere“ wieder Nützliches und Originelles im Hof des Exter-Hauses anbieten. Nach bewährter Tradition stehen den etwa 2000 bis 3000 Besuchern am Denkmalsonntag kompetente Ansprechpartner Rede und Antwort. Unter ihnen ist Dr. Elmar D. Schmid, der viele Jahre bei der Bayerischen Schlösserverwaltung in Schloss Nymphenburg als Museumsdirektor für den Exter-Nachlass verantwortlich war. Dr. Schmid trug entscheidend dazu bei, dass Exter wieder den ihm gebührenden Rang in der Kunstgeschichte bekam. Mit von der Partie am letzten Öffnungstag sind auch Kerstin von Zabuesnig, Restauratorin bei der Schlösserverwaltung, und Hausherrin Monika Kretzmer-Diepold, seit 38 Jahren ehrenamtliche Leiterin des Exter-Hauses.
Das Anwesen, bis etwa 1900 landwirtschaftlicher Nebenerwerbsbetrieb mit dem Hofnamen „Beim Stricker“ in Besitz armer Bauersfamilien, erwarb Julius Exter 1902 und baute es nach seinen Vorstellungen als Sommerdomizil und Sitz seiner internationalen Malschule um. Mit dem Tod seiner Tochter Judith 1975 ging es an die Bayerische Schlösserverwaltung über.
Farbenprächtiger Künstlergarten
Seit Juni 1980 ist das denkmalgeschützte Anwesen Museum. Die Schlösserverwaltung und das Staatliche Bauamt Traunstein sanierten und restaurierten die Gebäude innen wie außen seither vorbildlich. In Kürze wird noch die Südfassade saniert. 1998 ließ Monika Kretzmer-Diepold, Enkelin eines „kgl. Oberhofgärtners“ beim letzten bayerischen Prinzregenten, den einstigen Künstlergarten Exters wieder aufleben. Der farbenprächtige Garten ist – vergleichbar zu Monets Garten in Giverny – Motiv vieler Exter-Gemälde und wies laut erhaltenem Ausgabenbuch zahlreiche „Georginen“ auf, wie Dahlien damals genannt wurden. Hunderte von Dahlien müssen in Kürze ausgegraben und zusammen mit den 1500 Kübelpflanzen ins Winterquartier gebracht werden. kd