Aus dem Volksmusikarchiv

„Aber wiagale, woigale …“

von Redaktion

Gemeinsames Singen beim Tag der Volksmusik in Kloster Seeon am Sonntag

Im Zuge einer gegenwartsbezogenen Volksliedpflege versuchen die Mitarbeiter des Bezirks Oberbayern immer wieder, die Menschen zum Selbersingen zu verführen. Seit jeher ist das Singen, das eigene Singen der Menschen in ihrer ganzen Natürlichkeit, ein wesentliches Mittel des Miteinanderlebens, des eigenen Ausdrucks von Gefühlen oder des Vermittelns von Informationen. „Natürlich Selber Singen“ ohne Gedanken an Perfektionierung und Leistungsdruck bringt die Menschen in ihre eigene Mitte zurück, macht Freude und schafft Geborgenheit – das sind nur einige Erfahrungswerte, die uns die Leute beim Singen mitgeteilt haben.

Die Volksmusikpflege des Bezirks Oberbayern gibt allen Sängern, Musikanten und Volksmusikfreunden auf Anfrage Hilfestellungen, bereitet Notenmaterial auf und stellt Lieder zum aktuellen Gebrauch zur Verfügung. Mit der Bestellung von Wastl Fanderl (1915 bis 1991) zum ersten Volksmusikpfleger 1973 war der Bezirk Oberbayern richtungsweisend für die regionale Kulturarbeit in Bayern. Ihm folgte im Jahr 1981 Wolfgang Scheck (1943 bis 1996) und 1996 kam es zur Verbindung von Archiv und Pflege.

Nun sind wir in Oberbayern in der glücklichen Lage, dass der Kiem Pauli (1882 bis 1960) in den 1920er-Jahren in den Dörfern und auf dem Land viele mündlich überlieferte, vom Vergessen bedrohte Lieder aufgesammelt und 1934 in seiner großen „Sammlung Oberbayrischer Volkslieder“ veröffentlicht hat. Aus dieser Sammlung der Liedüberlieferung im südlichen Oberbayern schöpfen wir immer wieder aufs Neue – auch beim „Tag der Volksmusik“ in Kloster Seeon am kommenden Sonntag, 16. September, wo wir im stündlichen Wechsel zum Mitsingen einladen.

Das Programm


11 Uhr: „De Gamserl schwarz und braun …“ mit der „Frühschoppen-Musi“ und bayerischen Liedern zum Selbersingen.

13 Uhr: „Mariechen saß weinend im Garten“: Balladen, Moritaten und gesungene Geschichten zum Zuhören und Mitsingen.

14 Uhr: „Wo kemman denn de Kinder her …?“: Lustige Lieder für Kinder, Eltern und Großeltern zum Singen und Spielen.

15 Uhr: Im Festsaal: „Ländliche Streichmusik wie vor 100 Jahren“: Walzer und Polka für Geigen, Klarinetten und Trompeten, dazu deutsche Volkslieder.

16 Uhr: „Aber wiagale, woigale…“: zweistimmige Lieder aus der Sammlung des Kiem Pauli. Das Volksmusikarchiv stellt zu allen Themen Liederhefte bereit.

Der „Klösterliche Markt“ und der „Tag der Volksmusik“ enden wie bisher auf Einladung von Pfarrer Dr. Hans Huber besinnlich in der Klosterkirche Seeon.

17 Uhr: „Herr, bleib bei uns und weiche nicht“. 30 Minuten Instrumentalmusik, Lieder und Gedanken zum Tagesausklang.

Kommen auch Sie und machen Sie mit, es kostet nichts – nur den Willen, es selber auszuprobieren, das ganz natürliche Selbersingen.

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