Neubeuern – Das erste Konzert der neuen Saison im Schlosssaal von Neubeuern stand ganz im Zeichen von Ludwig van Beethoven. Pianist Herbert Schuch und Geiger Erik Schumann spielten Beethovens erste und seine letzte Sonate für Violine und Klavier, die so genannte „Erzherzogsonate“, und als Zugabe den zweiten Satz aus der „Frühlingssonate“. Der Zauber dieser Klangwunder wurde etwas sperrig kontrastiert von Schumanns d-Moll Sonate Nr. 2 op. 121, die beide Interpreten ebenfalls mit virtuoser Brillanz zu Gehör brachten.
Den Auftakt machte die Sonate für Klavier und Violine in D-Dur op. 12 Nr. 1. Kraftvoll und energisch spielten Schuch und Schumann das Allegro con brio. Wunderschön anzuhören war bereits in diesem Satz das lebhafte dialogische Wechselspiel der Instrumente, zu Herzen ging das liedhaft schlichte Thema.
Mal führte der Pianist, dann wieder grundierte er mit seinem Klavier zart arpeggiert die Violine. Heiter, frisch und vergnügt war schließlich das Rondo mit den herrlichen, weit geschwungenen Melodiebögen der Geige, die Schumann förmlich zum Singen brachte.
Beethovens G-Dur Sonate op. 96 prägen weniger konzertante Effekte, sondern verinnerlichte Poesie. Zart und sanft, mit schmeichelndem Trillerauftakt, spielten sich Schuch und Schumann im Allegro moderato abwechselnd die Grundmelodie zu. Beide bildeten eine perfekt aufeinander abgestimmte, harmonische Einheit. Das subtile musikalische Gespräch, das sie mit traumwandlerischer Sicherheit führten, wirkte inspirierend, entspannt und gelöst. Nicht nur die sanften Lyrismen, sondern auch die Gesanglichkeit der Themen erinnerten in diesem Satz an Schubert. Abgeklärt und andachtsvoll war das Adagio espressivo mit den zwei melodischen Themen, die in zarten Arabesken ausklangen. Energisch erklang das Scherzo, ausdrucksstark mit geheimnisvollem g-Moll Fugato und kurzer Stretta das Finale.
Einen gewissen Kontrast zu Beethoven bildete die Sonate für Violine und Klavier in d-Moll Nr. 2 op. 121 von Robert Schumann. Der erste Satz begann mit einer langsamen Einleitung mit energischen Akkordschlägen, darauf folgte ein stürmischer Teil mit markanten Akkorden und Seufzerfloskeln, die Clara Schumanns Missfallen hervorgerufen haben sollen.
Unruhig wirkte der zweite Satz, melancholisch der dritte Satz mit zarten Pizzicati, den Schuch und Schumann gefühlvoll interpretierten. Nach dem stürmisch umjubelten Finale, in dem lyrische Passagen mit Marschrhythmen wechselten, spielten die beiden Musiker noch als Zugabe den ruhigen, berührenden zweiten Satz aus Beethovens „Frühlingssonate“.