Zwischen Raum und Zeit

von Redaktion

Ulrike Kirchner und Sigrid Strauss in der Galerie am Markt

„Zwischen Raum und Zeit, Alte Raiffeisen in Neubeuern, Freitag von 18 bis 20 Uhr, Samstag von 14 bis 19 Uhr und Sonntag von 11 bis 19 Uhr.

Bis 28. Oktober

Neubeuern – „Zwischen Raum und Zeit“ ist der Titel einer interessanten Ausstellung, die noch bis 28. Oktober in der Galerie am Markt in der Alten Raiffeisen in Altenbeuern zu sehen ist. Gezeigt werden Arbeiten von Ulrike Kirchner und Lehmreliefbilder von Sigrid Strauss.

Ulrike Kirchner, die in Neubeuern lebt, entwirft im eigenen Atelier Collagen. Selbst gemalte Aquarelle werden fotografiert, anschließend die Fotos aufgeklebt und mit Wachs überzogen. In digitalen Collagen werden die Fotos schließlich am PC zusammengeführt, übereinandergelegt, ausgedruckt und dann mit Acrylfarbe die Übergänge unsichtbar gemacht. In der Arbeit „Die Jahreszeiten: Herbst“ ist über dem Foto einer Radierung eine Wachsschicht zu erkennen, aus der kunstvoll verschiedene Blattformen herausgearbeitet wurden. In den „Erinnerungen…..na shoppen wahrscheinlich“ sind auf die Fotos viele Wachsschichten aufgetragen, die dem Bild einen eigenwilligen Gesamteindruck verleihen. Beeindruckend ist auch eine Collage von Venedig.

Ulrike Kirchner ist 1960 in Santiago de Chile in Südamerika geboren. Sie studierte Geografie, besuchte Mal-, Zeichen- und Radierkurse und ist seit 1993/94 Dozentin für Aquarell, Zeichnen, Pastell, Acryl und Mischtechniken. Ihre Werke hat sie schon auf vielen Ausstellungen gezeigt. Seit 2004 ist sie Mitglied im Künstlerkreis Neubeuern.

Die Ausstellung wird durch die Lehmreliefbilder von Sigrid Strauß als Gast bereichert. Die in Kufstein lebende Künstlerin hat sich jahrelang mit Keramik auseinandergesetzt und auch Wandreliefs aus Ton hergestellt. Sie ist fasziniert davon, aus Lehm Kunstwerke entstehen zu lassen, Malkunst anzuwenden und auch die verschiedensten Materialien, wie zum Beispiel Steine und gerostete Bleche einzuarbeiten. Die Künstlerin gräbt den Lehm selbst aus. Dieser muss die richtige Konsistenz haben, ohne allzuviel Sand, so dass er auf einer Holzplatte ausgestrichen werden kann. Es muss dann so lange gewartet werden, bis es Trocknungsrisse gibt. Die Lehmteile werden dann, so wie sie gerissen sind, wieder aufgeklebt, manchmal auch Bruchstücke eingesetzt und anschließend mit Acrylfarbe oder Pigmenten eingefärbt, je nachdem, was die Künstlerin zeigen will: Berge oder das Erdinnere.

Die Bilder der beiden Künstlerinnen harmonieren in Form und Farbe, wie etwa die Lehmansichten der Krater I und II von Sigrid Strauß mit den wachsüberzogenen Fotocollagen aus der Serie „Alpha+Omega 1-9“ von Ulrike Kirchner. Diese wurden in Island fotografiert und zeigen blubbernde Fumarole.

Die Arbeiten bleiben spannend und geben Einblicke in gelungene Malkunst und kreatives Denken.

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