Linz und die Farrenpoint

von Redaktion

Kürzlich war die OVB-Serie „Vo Ort zu Ort“ Thema eines Vortrags im oberösterreichischen Linz. Der Arbeitskreis für bayerisch-österreichische Namenforschung (ABÖN) und der Arbeitskreis Namenforschung in der Deutschen Gesellschaft für Namenforschung (AkNf/GfN) hatten zu ihrer gleichzeitig stattfindenden Tagung mit dem Titel „Symposion Namenforschung“ auch den Autor der Serie „Vo Ort zu Ort“ eingeladen.

Passend zum Rahmenthema („Namenforschung im Spannungsfeld von Wissenschaft und Öffentlichkeit“) referierte Autor Armin Höfer über das Thema: „Die Ortsnamenserie Vo Ort zu Ort: Die Vermittlung der Ortsnamenkunde an die Leserschaft einer Tageszeitung“. Höfer informierte seine Zuhörer – Professoren und Dozenten aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Polen, Georgien und Slowenien – nicht nur auf Hochdeutsch, sondern teilweise auch auf Bairisch. Hierzu gab es keine Einwendungen!

Der Referent zitierte eingangs aus dem Begleitschreiben der Kulturredaktion des Oberbayerischen Volksblatts zum ersten Artikel der Serie „Schwabering“ vom 21.02.1997:

„Professor Johann Höfer aus Kutterling bei Bad Feilnbach (…) wird von jetzt an alle zwei Wochen (…) in ‚Vo Ort zu Ort‘ auf unterhaltsame und bairische Weise von der Herkunft und der heimatlichen Aussprache der Orts-, Berg- und Flurnamen unserer Region berichten“.

Und folgerichtig schrieb tags darauf OVB-Kulturredakteur Raimund Feichtner in seiner Kolumne „Brief aus der Provinz“: „Es macht’s des bei da Zeidung scho richtig, wennts es iatz den Professa Höfer aa auf boarisch üba unsare heimischn Nama schreim lasst’s“. Nach dem Ableben Johann Höfers im Mai 1999 folgte im Mai 2000 die Wiederaufnahme der Serie durch Armin Höfer.

Die Vermittlung der Ortsnamenkunde im OVB illustrierte Armin Höfer insbesondere an den Folgen „Derndorf und die
Farrenpoint“ von 1997, „Rosenheim“ von 1997 und 2010 sowie „Valley an der Mangfall“ von 2018. Die Erklärung von Derndorf als einem Ort, der von einem Schutzwall aus Dornstauden umgeben war, fand im Publikum einhellige Zustimmung. Überraschend zwar die bairische Variante von „Dorn“ als „Dern“, was man auch heute noch an der lokalen Aussprache „Dejnddarf“ erkennen kann.

Erhöhte Aufmerksamkeit erregte jedoch die Feststellung, wonach der Berg Farrenpoint „a Weiwaleit, koa Mannsbild“ sei. Wirklich „die“ Farrenpoint? Nun, das bairische – nicht englische oder französische Wort – „Point“, auf boarisch „Boid“, leitet sich vom althochdeutschen Wort biunda, auch piunta, her, das im Mittelhochdeutschen zu biunte wurde. Es bedeutet laut Namenforscher Hans Meixner „durch Umzäunung ausgeschiedenes Stück Land mit den dazu gehörigen Wohngebäuden“. Andere Beispiele: Die Ackerpoint, die Feldpoint. Die Fläche auf dem Gipfel dieses Berges bestand seit jeher aus der Huberalm, 1810 noch „Fahrenpointalm“, und einer Point/Weide, die für Stiere („Farre“) existierte oder einen üppigen Farnkrautwuchs hatte, und deren Name dann wohl auf den Berg überging.

Zum Thema Wirkung von „Vo Ort zu Ort“ berichtete Armin Höfer von seiner erfolgreichen Installierung der Farrenpoint als „Dame“ auch auf „Wikipedia“. Beifall!

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