Wasserburg – Anwohner und Passanten sahen sich vor Kurzem am Weberzipfel, am Bahnhofsplatz und am Max-Emanuel-Platz beim „Waaghäusl“ je einem „Wollschild“ gegenüber. Dabei handelte es sich um Installationen von Marc-Dominic Boberg. Er stellt solche „Wollschilder“ im öffentlichen Raum auf, um auf Gebäude aufmerksam zu machen, die wenig beachtet werden.
Boberg begann mit diesen Installationen 2016 in seiner Heimatstadt Schweinfurt, das im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört wurde. Die Grundidee ist es, auf beachtenswerte, bedrohte und aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängte Gebäude hinzuweisen. Deren Eigentümer sind Privatpersonen, Unternehmen, Kommunen oder staatliche Institutionen.
Der Begriff „Wollschild“ ist ein Kunstbegriff. Er kombiniert die Schutzfunktion eines Schildes mit den Funktionen von Wollkleidung für den Menschen. Bei Bobergs Projekten wird Wolle in Form von Lodenstoff eingesetzt, einem traditionellen, wärmenden und vor dem Wetter schützenden Material. Die Wollschilder sind manchmal für Stunden, manchmal für Tage installiert.
Im Ganserhaus werden noch bis 25. November Fotografien der Wollschild-Installationen gezeigt. Die Fotografen Tilman Weishart und Volker Martin haben den Entstehungsprozess dokumentiert. re