Marinus und Anianus zu Ehren

von Redaktion

Aus dem Volksmusikarchiv Vorabendgottesdienst am 14. November zum Gedenken an die Heiligen vom Irschenberg

Bruckmühl/Irschenberg – In den letzten Jahren hat der Name „Marinus“ bei den Eltern wohl eine besondere Anziehungskraft gehabt. Zahlreiche Buben wurden auf den Namen des hl. Marinus getauft. Am Irschenberg und in der Umgebung sind Marinus und Anianus auffällig oft als männnliche Vornamen vertreten – heute und früher. Ein „Marine“ oder ein „Anian“ oder „Ane“ ist nicht selten zu finden, sowohl auf den Grabsteinen der bäuerlichen Friedhöfe, als auch im Kindergarten und der Schule heute.

Seit Jahrhunderten wird die Verehrung der beiden Heiligen vom Irschenberg in der Bevölkerung hochgehalten – natürlich mit Unterstützung durch die katholische Kirche. Ist das Leben der beiden Männer auch nach den Forschungen von Professor Dr. Karl Hausberger in den 1980er-Jahren in dichtes geschichtliches Dunkel gehüllt, so vermeint man doch einiges über sie zu wissen: Die beiden sollen im 7. Jahrhundert Missionare aus Irland gewesen sein. Die neuere Kirchengeschichtsforschung vermutet eher eine Herkunft vom europäischen Festland. Am Irschenberg sollen sie in zwei Einsiedeleien gelebt und das Evangelium verkündet haben, getrennt durch eine Schlucht – so wie Wilpar-ting und Alb. Marinus wird der Legende nach von einer Horde „Vandalen“ überfallen und verbrannt. Am gleichen Tag soll Anianus gestorben sein.

Etwa seit dem 12. Jahrhundert stritten sich das Kloster Rott am Inn und Wilparting am Irschenberg über den Besitz von Reliquien. 1723 und 1776 wurde der Streit kirchenhoheitlich zugunsten von Wilparting entschieden. Heiligenverehrung und Wallfahrten hatten immer auch eine wirtschaftliche Seite.

Die Menschen am Irschenberg halten viel von ihren Heiligen: Sie hoffen auf Schutz und Hilfe in vielen Bedrängungen und Gefahren, wie sie auf Votivtafeln in Wilparting festhalten sind. Alljährlich am 15. November wird in der Wilpartinger Kirche ein Festgottesdienst am Patronatstag gefeiert.

In den späten 1970er-Jahren haben wir als Studenten in München Pfarrer Dr. Hausberger vom Lehrstuhl für Bayerische Kirchengeschichte kennengelernt. Er hat uns bestärkt, alljährlich am Vorabend des Festtages, also am 14. November, in der kleinen, dem Gedenken an Anianus gewidmeten Kirche von Alb, eine Abendmesse zu feiern. So geschieht es auch heuer im Einklang mit der Pfarrei Irschenberg und der Bauernfamilie Mark, die das Kirchlein liebevoll betreut. Gemeinsam mit Pfarrer Winkler wird am Mittwoch, 14. November, um 19.30 Uhr in Alb einen Gottesdienst gefeiert, bei dem alle Besucher bei den Liedern mitsingen können. Da heißt es dann in einem Lied über Marinus und Anianus:

1. Dich Sankt Marinus rufen wir an, dazu den heilgen Anian. Gott loben und zu danken, wir alle sind beisammen.

2. Der Papst in Rom hat euch ausgesandt in Gottes Nam ins Bayernland. …

3. Das göttlich Wort habt ausgesät, davon der Menschen Heil entsteht. …

4. Erbittet uns in unsrer Not, Barmherzigkeit und Hilf bei Gott. …

5. In unserm Leben haben wir erwählt, euch zwei zu Schutzherrn in dieser Welt. …

6. Mit Sankt Marinus und Sankt Anian. Gott unsern Herren beten wir an. …

Das Volksmusikarchiv des Bezirks stellt Liederblätter zur Verfügung.

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