Bruckmühl – Skulpturen und Papierarbeiten von Pomona Zipser und Malerei von Ludwig Arnold werden in der aktuellen Ausstellung in der Galerie Markt Bruckmühl präsentiert.
Pomona Zipser, Jahrgang 1958, ist in Rumänien geboren und lebt seit 1970 in Deutschland. Sie studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München bei Mac Zimmermann und Bildhauerei an der Hochschule der Künste Berlin bei Lothar Fischer. „Ich mache eine Skulptur, um etwas sehen oder hinstellen zu können, das mich in der Vorstellung beschäftigt. Eine Idee fesselt mich, aber sie ist undeutlich und nicht greifbar. Sie geben mir Formen vor, mit denen ich das, was ich suche, allmählich entstehen lassen kann. Mein Vergnügen ist, dass die Idee bei der Arbeit sichtbar wird“, sagt die Künstlerin selbst.
Pomona Zipser arbeitet überwiegend mit Holz, oft lose zusammengefügt. Die Gestaltung und Ausformung ihrer Skulpturen weisen gleichzeitig aber auch geometrische Gesetzmäßigkeiten auf. „Gerne streift sie durch Berlin auf der Suche nach Fundstücken, die sie dann verarbeitet“ erklärte die Kunsthistorikerin Selima Niggl in ihrer Einführungsrede bei der Vernissage. Dass ein Ausgangsstück nicht glatt und geschliffen aus dem Baumarkt komme, spiele für sie eine wichtige Rolle, so die Rednerin.
Ludwig Arnold, Jahrgang 1950, studierte an der Akademie der Bildenden Künste München und war Meisterschüler bei Rudi Tröger. Die Motive seiner gegenständlichen Malerei sind sehr unterschiedlich. Sie zeigen beispielsweise technische Großgeräte wie Flugzeuge oder Autos und Gebäude, deren Vorlagen oft von fotografischen Aufnahmen, aus Zeitschriften oder von Werbematerialien stammen. Die Bruckmühler Ausstellung ist mehrheitlich geprägt von seinen Landschaften, dominiert von den Farben grün und blau und meist mit Acryl auf Nessel.
Mit breitem Pinselstrich mehr angedeutet als „ausgemalt“, entstehen Bilder von plastischer Tiefe, die den Betrachter ins Innere entführen. „Die Auswahl seiner Motive ist keineswegs beliebig“ unterstreicht Selima Niggl. Vielmehr ergebe sich eine klare Linie. Durch seinen distanzierten Blick auf die Natur wirke diese selten wild und unberührt. „Vielmehr scheint sie stark gefasst, irgendwie beschnitten und klar“, betont die Kunstexpertin. Alle Arbeiten von Ludwig Arnold sind im Übrigen ohne Titel.
Eine Verbindung zwischen den auf den ersten Blick so anders gearteten Arbeiten der beiden Künstler erschließe sich auf formaler, ästhetischer Ebene sofort, wenn man einen der stimmig konzipierten Räume betrete, so Niggl. „Beide nehmen extreme Perspektiven ein – das zeigt sich nicht nur in den teils ungewöhnlichen Bildformaten Arnolds, sondern auch in den waghalsigen Konstruktionen Zipsers“ stellt sie fest. Die große Spannung, die zwischen den einzelnen kompositorischen Teilen entstehe, werde oft bis ins Letzte ausgereizt, so die Kunsthistorikerin.