Ein Krimi-Autor als Superstar

von Redaktion

Sebastian Fitzek las im Rosenheimer Ballhaus aus seinem neuen Psychothriller

Rosenheim – Man traute seinen Augen nicht: Vor dem Ballhaus bildete sich schon lange vor Beginn eine lange Schlange hinauf bis zum Saaleingang. Welcher Popstar oder Superkabarettist da wohl auftrat? Nein, es war „nur“ ein Schriftsteller, der aus seinem neuen Buch las. Aber was heißt da „nur“? Es war Sebastian Fitzek, Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern, der seinen neuesten, den insgesamt 17. Spannungsroman vorstellte: „Der Insasse“. Eingeladen hatte der „Bücher-Johann“ Johann Struck.

Bevor Fitzek zu lesen begann, präsentierte er sich selber, erzählte sein Leben und seine Anfänge als Krimi-Autor und wie er heimlich in Buchhandlungen immer seine Bücher umsortiert: vorne in die Bestseller-Reihe auf den fünften Platz.

Fitzeks Lesungen sind keine bloßen Lesungen, sondern Inszenierungen samt großer Leinwand, auf die Leser-Kommentare projiziert werden sowie der Trailer zur neuesten Verfilmung seines Buches „Abgeschnitten“. Geradezu kabarettistisch pointiert sind seine Erzählungen aus dem Leben eines Kriminalschriftstellers, aus dem Leben als Vater von zwei Kindern, die seine Tätigkeit als „Buchstabenklicker“ bezeichnen, er erzählt von seiner fruchtbringenden Freundschaft mit dem Gerichtsmediziner Michael Tsokos von der Charité in Berlin und dem Kollegen Chris Carter, der gelernter Kriminalpsychologe ist und ebenfalls zahlreiche Psychothriller schreibt, von der Verarbeitung seiner Ängste in seinen Büchern und von seinem Interesse an den Opfern und nicht an den Tätern, wofür er auch von der Organisation „Weißer Ring“ gelobt würde.

Gelesen hat er dann auch drei Episoden aus seinem neuesten Buch. Darin geht es um den Feuerwehrmann Till Berghoff, dessen fünfjähriger Sohn entführt und vielleicht ermordet wurde und der sich in die psychiatrische Gefängnisklinik einschleusen lässt, in der der Entführer und mutmaßliche Mörder seines Sohnes sitzt. Berghoff möchte herauskriegen, wo die Leiche seines Sohnes liegt. Dramaturgisch geschickt las Fitzek jeweils bis zum spannungsreizenden Cliffhanger – also bis dahin, wo die Spannung am höchsten ist und die Erzählung abbricht.

Fitzek erzählt humorvoll und liest gut und intensiv – aber in einer so rasenden norddeutsch-hudelnden Geschwindigkeit, dass man schon ganz genau hinhören musste, um alles mitzukriegen. Sei’s drum – die Zuhörer, zum großen Teil Zuhörerinnen, im ausverkauften Ballhaussaal feierten ihn wie einen Popstar. Nach der Lesung stellte Fitzek sich bereitwillig zum Signieren der Bücher und für Selfies zur Verfügung: Sebastian Fitzek Superstar.

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