Kulturelle Aushängeschilder für die Region

von Redaktion

Kulturpreis des Landkreises Rosenheim für die Inntaler Sänger – Auch Sonder- und Förderpreise vergeben

Raubling – Wie groß die kulturelle Vielfalt in der Region ist, wurde einmal mehr bei der Verleihung der Kulturpreise 2018 des Landkreises Rosenheim offensichtlich. Beim Festakt in der Aula des Gymnasiums Raubling wurden die Inntaler Sänger mit dem Kulturpreis ausgezeichnet. Außerdem ehrte stellvertretender Landrat Josef Huber das Riederinger Gesangstrio Geschwister Moosrainer und den Priener Organisten Aaron Voderholzer mit dem Kultursonderpreis sowie das Jugendkulturzentrum Mosaik in Bad Aibling und den Landfrauenchor Rosenheim mit dem Kultursonderpreis. Die Laudationes hielt der Kulturreferent des Landkreises, Christoph Maier-Gehring.

Huber hob die Preisträger als Aushängeschilder hervor: „Für die kulturelle Vielfalt im Landkreis sind wir zu beneiden“, so sein Fazit. „Es geht ans Herz“, meinte der Kulturreferent als die Inntaler Sänger „Fahr ma hoam“ anstimmten.

Im 60. Jahr ihres Bestehens sind sie drei höchst professionelle Sänger und Musiker, die nie eine Musikhochschule von innen gesehen haben. Die Geschichte der Inntaler Sänger begann 1958. Schon damals entschied man sich gegen den Zeitstrom, lobte der Kulturreferent. Statt auf das Volkstümliche setzten die Inntaler Sänger auf echte Volksmusik. Das bayerische Liedgut im Gepäck hatten sie Auftritte in vielen Ländern Europas und in den USA. Dazu kam eine ganze Reihe an Rundfunk- und Fernsehauftritten sowie die Veröffentlichung von vier CDs. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielten die Volksmusiksänger 1994 das Bundesverdienstkreuz am Bande und – wie Maier-Gehring am Ende meinte – endlich auch den Kulturpreis des Landkreises.

Sepp Wieland bedankte sich auch im Namen seiner Sängerkollegen Peter Anderl und Franz Singer: „Es ist eine große Ehre, im Jubiläumsjahr zu allen Glückwünschen und Geschenken noch diesen Preis zu erhalten.“ Wieland erinnerte an den 2007 verstorbenen Koni Bauer: „Wir wollen ihn nicht vergessen. 44 Jahre hat er mit seinem gewaltigen Bass mit uns gesungen.“ Ergreifend sangen sie im Anschluss ihr unnachahmliches Danklied „Dank’n für an jed’n Tag“.

Förderpreise

vergeben

Aaron Voderholzer und die Geschwistern Moosrainer wurden als Kulturförderpreisträger ausgewählt. Ronja, Magdalena und ihr Bruder Simon Moosrainer standen unter anderem schon beim „Jedermann“ in Salzburg auf der Bühne und gewannen 2016 mit dem Wasserburger Löwen und dem Zwieseler Jugendfink zwei renommierte Nachwuchs-Volksmusikpreise. Zuletzt wurde den Geschwistern beim Alpenländischen Volksmusikwettbewerb in Innsbruck das Prädikat „ausgezeichnet“ verliehen.

Mit sechs Jahren begann Aaron Voderholzer mit dem Klavierspielen. Bereits ein Jahr später, mit sieben Jahren, wollte er unbedingt zur Orgel wechseln. An seiner Begeisterung für die „Königin der Instrumente“ hat sich nichts geändert. Aaron Voderholzer begann im Herbst sein Studium an der Münchner Musikhochschule mit dem Ziel, Organist im Konzertfach zu werden. Der in Prien lebende junge Musiker gewann den ersten Preis im Fach Orgel im Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ und wurde heuer Zweiter im Bundeswettbewerb in Lübeck. Voderholzer hat aber nicht nur Musik im Kopf. Sein Abitur schloss er mit der Traumnote von 1,0 ab. Als Fußballer, Schiedsrichter, Bergsteiger und zukünftiger Skilehrer findet er seinen Ausgleich.

Auch der Kultursonderpreis wurde in diesem Jahr zweimal vergeben. An die 30 Jugendliche und junge Leute zwischen 15 und 30 Jahren verwirklichten das Projekt „Varieté Divinitas“ des Jugendkulturzentrums Mosaik in Bad Aibling, dessen Träger das Fokus-Familiennetzwerk ist. Zentrums-Leiterin Mira Struckmeier entwickelte die Geschichte. Bei der Umsetzung konnten sich alle Beteiligten einbringen. Christoph Maier-Gehring nannte das Stück „eine kluge und philosophische Auseinandersetzung mit dem großen Thema Mensch sein“.

1978 wurde der Landfrauenchor von der Ortsbäuerin Lotte Roßnagel gegründet. Aus den anfänglichen Proben entwickelte sich ein konzentriertes wöchentliches Gesangstreffen. Zudem wird einmal im Jahr ein Chorwochenende abgehalten. Die rund 30 Sängerinnen beherrschen ein Repertoire von rund 80 weltlichen und geistlichen Liedern, viele davon aus den Liederbüchern von Wastl Fanderl. 2009 übernahm Heide Hauser die Leitung von Gründungsmitglied Marga Weber. Ihr Anliegen ist das Weitertragen des schönen alpenländischen Liedguts. ru

Kulturpreis

Der Landkreis Rosenheim vergibt die Kulturpreise jährlich, um Bürger oder Gruppen zu ehren, die sich besondere Verdienste um die Kultur im Landkreis erworben haben. Der Kulturpreis ist mit 5000 Euro dotiert, der Kulturförderpreis mit je 2500 Euro und der Kultursonderpreis mit 1500 Euro.

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