Neubeuern – Das mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Mozart-Piano-Quartett besitzt bei Liebhabern von Kammermusik einen hervorragenden Ruf. Mit Werken von Beethoven, Saint-Saens und Johannes Brahms begeisterten Paul Rivinius (Klavier), Mark Gothoni (Violine), Hartmut Rohde (Viola) und Peter Hörr (Violoncello) die Hörer im Schlosssaal von Neubeuern.
Beethovens an Mozart erinnerndes frühes Klavierquartett in Es-Dur op. 16 verbindet Serenadenseligkeit mit kammermusikalischer Ernsthaftigkeit. Das lebhaft-verspielte Allegro ma non troppo mit dem tastenden Grave, die lichte Zartheit des Andante cantabile und das melodisch eher schlichte Finalrondo interpretierte das Mozart-Piano-Quartett ausdrucksvoll und stilsicher.
Dass die Musiker perfekt miteinander harmonieren, dass jeder Einsatz, jede Kadenz stets mit großer Präzision erfolgt, durften die Hörer auch im E-Dur-Klavierquartett von Saint-Saens erleben. Nervös flirrende Passagen und häufige Tonartwechsel im Kopfsatz, andachtsvolle Ruhe im Andante und ein energiegeladenes Finale schienen gleichsam eine Achterbahn der Gefühle zu demonstrieren. Paul Rivinius ließ in diesem Werk funkelnde Klavierakkorde erklingen, Hartmut Rohde spielte seine Viola mit einer berückenden Geschmeidigkeit und Marc Gothoni brachte seine Violine buchstäblich zum Singen.
Ausdruckskraft und große Dynamik kennzeichneten auch das Klavierquartett in g-Moll op. 25 von Johannes Brahms. Zu Herzen ging nicht nur der lyrische und schwelgerische Gesang von Peter Hörrs Cello im Allegro, dessen musikalische Dramatik und Erregtheit die Hörer elektrisierten. Im Kontrast dazu war das auf den Schluss hindrängende Intermezzo ein vom Ensemble wunderbar leise gespieltes, vorüberhuschendes Nachtstück.
Nach dem harmonisch schlichten und beruhigenden Andante con moto zündete das Mozart-Piano-Quartett mit dem Rondo alla Zingarese ein funkensprühendes Feuerwerk, das von den Zuhörern stürmisch beklatscht wurde. Als Zugabe spielten die Musiker noch ein kurzes Ständchen von Richard Strauss.