Prien – Seit vielen Jahren veranstaltet die Priener Tourismus-Gesellschaft das alpenländische Adventskonzert in der Priener Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Das Programm organisierte stets Marlene Anner. Obwohl sie mittlerweile in Ruhestand ist, schöpft sie immer noch aus ihrem großen Fundus an Kontakten zu namhaften Musik- und Gesangsgruppen bis hinein nach Tirol.
Und so versetzten beim jüngsten Adventskonzert die „Boarische Alm Musi“, die „Stommtisch Sänger“ und der „Chiemseewinkl Dreigesang“ die Zuhörer in vorweihnachtliche Stimmung, weit weg vom weltlichen Tumult und Konsum. Während allenthalben die so genannten Weihnachts-Hits wie „Last Christmas“ erklingen, sangen und spielten die alpenländischen Gruppen innige, schlichte Weisen, dazu angetan, die Herzen der Zuhörer zu erwärmen.
Es war mucksmäuschenstill in der vollbesetzten Pfarrkirche. Die „Boarische Alm Musi“ mit Zither, Gitarre und Ziach, die „Stommtisch Sänger mit Tenören und Bässen sowie der „Chiemseewinkler Dreigesang“ mit Sopran, Alt und Tenor sorgten für besinnliche Stimmung. Selbst die fünf Hohenaschauer Bläser dämpften feierlich, doch erhaben ihre Trompeten, Posaune und Tuba.
Als Sprecher schlüpfte Siegi Götze in die Rollen des Evangelisten Johannes, von Maria und Josef, dem Wirt bei der Herbergssuche oder dem Hirtenbuben in Bethlehem. Allesamt sah er sie aus heutiger Sicht. Würde eine moderne, junge Frau sich unterordnen, ein junger Mann sich vor der „Blamage“ drücken oder gar ein erfolgreicher Gastwirt nicht einem zahlenden Kunden den Vorzug vor einem mittellosen geben? All diese Fragen setzen die Musiker und Sänger in ihrem Programm um. Ihre Stücke handelten vom Geschehen rund um Bethlehem, aber auch von der Sehnsucht der Menschen nach dem Erlöser.
Zum Schlussstück der Bläser und dem Glockengeläut der Priener Pfarrkirche gingen die Besucher schweigend hinaus und trugen die Weihnachtsbotschaft in ihren Herzen. Das Friedenslicht aus Bethlehem leuchtete auch für sie.