Eine neue Bayernhymne?

von Redaktion

„Weißblau im Wind“: Neue CD der 4 Hinterberger Musikanten

Nußdorf – Ohne Booklet kommt die neue CD der „4 Hinterberger Musikanten“ daher: Erklärungen braucht es wohl keine mehr für die Volksmusikformation aus Nußdorf mit ihrem charakteristischen Klang der Basstrompeten, Flügelhörner, Tuba und Akkordeon. „Weißblau im Wind“ heißt sie und auf dem Cover weht die bayerische Fahne, zu der alle vier Musikanten aufschauen. Üppig bestückt ist die CD mit 22 Titeln, fast alle sind von Hans Obermeyer für ihre Besetzung bearbeitet, oft mit der typischen „Drüberstimme“ der alpenländischen Volksmusik.

Zwei Volksweisen demonstrieren den weichen Klang der Basstrompeten von Hans und Johannes Obermeyer: „Da Summa is umma“ und „Greana Fenster“, im „Bassgalopp“ galoppiert leichtfüßig die von Thomas Oberleitner gespielte Tuba, dieses dicke Instrument, das die Basstöne sanft hintupft und so manchmal wie gezupft klingt.

Vier Stücke verwenden Musik von Slavko Avsenik, dem slowenischen Volksmusikanten, der das Akkordeon so deutlich akzentuierend als vibrierende Klangfläche einsetzt: In der Polka „Sehnsucht und Liebe“ erträumt sich die weich-warme Basstrompete von Hans Obermayer eine mögliche Liebe, auch „Träume und Wünsche“ klingt walzerselig-traumversonnen.

Einen wichtigen Teil bestreiten Märsche, hier sechs an der Zahl. Die klingen auf dieser CD ein bisschen österreichisch, das heißt weniger stechschritt-preußisch, eher tänzerisch beflügelt. So tänzeln die Pferde im „Lipizzaner Reitermarsch“ von Slavko Avsenik, so werden dem „Alten Dessauer“ Beine gemacht, wobei die virtuos gehandhabte Signaltrompete von Stefan Rinshofer brilliert. „Wien bleibt Wien“ ist eh ein tanzender Marsch von Johann Schrammel, aber selbst ein „Laridah-Marsch“ von Max Hampel und der „Georg-Queri-Marsch“ von Manfred Wörnle haben was Leichtfüßiges, wenig Militärisches.

Hans Obermeyer selber, der „Musimoaster“ der 4 Hinterberger, hat einen Marsch komponiert, der dieser CD auch den Titel gibt: „Weißblau im Wind, so wehet unsre Fahne, Gott schütze unser Bayernland“, singen die Musikanten im Trio dieses Marsches. Ein schmissiger und sofort ins Ohr gehender Marsch, der mit diesem Text wie eine neue Bayern-Hymne wirkt, die die Tradition, die Seen, Berge, Schlösser und Feste in Bayern feiert. Rainer W. Janka

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