Rosenheim – Mit Kompositionen von Bach und Mendelssohn stimmte der Chor an der Erlöserkirche und das Seraphin Ensemble München in einem glanzvollen Festkonzert die Hörer auf die bevorstehende Weihnachtszeit ein. Neben Bachs Magnificat in D-Dur standen Mendelssohns e-Moll Violinkonzert und der Weihnachtsteil aus seinem Oratorienfragment „Christus“ auf dem Programm. Unter der Leitung von Dekanatskantor Johannes Eppelein sangen Julia Chalfin und Dagmar Gareis (Sopran), Stefan Steinemann (Alt), Jonas Würmeling (Tenor) sowie Benedikt Eder und Carsten Wiedemann-Hohl (Bass).
Den prunkvollen Rahmen des zwölfsätzigen Magnificats zwischen dem Eingangs- und Schlusschor „Sicut erat in principi“ füllten Chor und Orchester mit harmonischer Klangpracht. Makellos rein und klar klang die Arie von Julia Chalfin „Quia respexit humilitatem“, die eng mit dem Chor verzahnt war. Festlich strahlenden Glanz verbreiteten Trompeten und Pauke mit den fast durchgängig erscheinenden Sechszehntelgirlanden. Auf die wohlklingende Bassarie „Quia fecit mihi magna“ folgte ein bewegendes Duett zwischen Alt und Tenor, das von Flöten und Streichern in wiegendem Rhythmus begleitet wurde. In der Tenorarie „Deposuit potentes“ brillierte Jonas Wuermeling mit glockenrein gesungenen abwärts gezackten Figuren.
Ergreifend war die Dynamik und Klangfülle des Chors, der immer wieder von jubilierenden Trompeten eingeführt wurde. Grazil ertönten die Flöten in der Alt Arie „Esurientes implevit bonis“ über dem Pizzicato-Bass des Continuos. Das Terzett der zwei Soprane mit der Alt-Stimme, bei dem die Oboen klangschön zur Geltung kamen, gipfelte im „Gloria“ des Schlusschors. Wuchtige Akkorde kontrastierten in diesem Satz zu hellen, absteigenden Frauenstimmen.
Stürmischen Beifall erhielt Winfried Grabe für den Solopart im e-Moll-Violinkonzert von Mendelssohn Bartholdy. Das dreisätzige Werk besticht durch großen Virtuosenreichtum und eine vollendete musikalische Balance aller kompositorischen Elemente. Die melancholische Melodie im Kopfsatz mit den grandiosen Tutti-Steigerungen des Orchesters und dem lyrischen Thema der Bläser, das beseelte Andante, schließlich das stürmische, funkensprühende Finale begeisterten das Publikum. Selten hat man dieses Werk mit solch einer eleganten Leichtigkeit gehört.
Klangmächtig intonierten Chor und Orchester Mendelssohns „Vom Himmel hoch“. Das ausdrucksstark gesungene „Euch ist ein Kindlein heut geborn“ wechselte berührend leise zu „Ein Kindelein, so zart und fein.“ Raumfüllend klang der Bariton in der „Aria“ und im „Arioso“, hell und zart der Sopran mit den Flöten im Allegretto.
Zu Herzen ging schließlich „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ in Mendelssohns „Christus“, in dem Carsten Wiedemann-Hohl seinen volltönenden Bass demonstrierte, unerbittlich sang der Chor „Der wird zerschmettern Fürsten und Städte“. Als nach dem sanften „Wer kann dich genug erheben?“ der letzte Ton verklungen war, erhielt das Publikum nach minutenlangen Ovationen als Zugabe noch einmal den grandiosen Schlusschor „Lob, Ehr‘ sei Gott im höchsten Thron“.