Ein Adventssingen anderer Art

von Redaktion

Anja Schwarze-Janka mit ihren Chören in St. Raphael von Gabersee

Wasserburg – Ein Adventssingen der anderen Art – und welche Vielfalt! Angefangen mit Frühbarock, über altdeutsche Lieder zu englischen, südländischen, skandinavischen Volksweisen, alles in bescheiden angelegter und mitunter höchst origineller Bearbeitung. Da nimmt man den Hut ab vor solcher Findigkeit in Sachen Notenmaterial!

Ja, im „Leise rieselt der Schnee“ vermied man alle Rührseligkeit, und wenn man das Lied „Es kommt ein Schiff geladen“ auch vielleicht lieber in der ursprünglichen Fassung hört, so wurde hier das Liedmotiv rhythmisiert dargeboten, und man staune: Der Geist himmlischer Erwartung blieb im Gewoge des Rhythmus erhalten, wurde in neuer Weise musikalisch gedeutet.

Es waren die Chöre von Anja Schwarze-Janka, die hier in der katholischen Kirche St. Raphael von Gabersee auftraten. Der große umfassende Chor („InnHarmony“) sang musikalisch-musikantisch, bot reinen Klang ohne ein Auftrumpfen in Höhe oder in Stärke und war überdies fähig zu einem profunden Piano oder gar Pianissimo. Wohltuend schlicht hörte sich dieser Gesang an!

Bei den kleineren Ensembles, dem Frauenchor „Bell Cantanima“, oder dem Männerchor gleicher Stärke („Rosen-Kavaliere“) spürte man die Kultiviertheit des Klanges verstärkt, wohl als Erfolg intensiverer Probenarbeit mit einer kleineren Zahl an Sängern: Hervorzuheben wären hier die alten Weisen wie bei den Frauen „Wir harren Christ in dunkler Welt“ oder „Tochter Zion“ aus vierfachem Männerchor.

Am Keyboard begleitete Anja Schwarze-Janka, sang bisweilen selbst im Diskant mit, dirigierte, moderierte. Ja, wessen Herz voll ist, der singe und zeige seinen Überfluss, teile ihn mit. Dies ist das Wesen der Musik, sie ist die himmlische Schwester der Sprache!

Mit den Mitwirkenden an Flöte, Cello und Solo-Altstimme hatte die Leiterin dieses Abends in geschmackvoller und origineller Weise eine Lücke in hierzulande schon bestehender Musikszene gefüllt – und, da die Zuhörer die Kirche füllten, blieb aus den Spenden für die Gaberseer Seelsorgeaktivität wohl ein gutes Scherflein übrig.

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