Riedering – Sie kennen sich seit Jahrzehnten, stehen aber erst jetzt gemeinsam auf der Bühne: die 4 Hinterberger Musikanten und der Schauspieler Winfried Frey. Im Gasthof Hirzinger in Söllhuben begann die kleine Tournee zum Jahresanfang.
Mit 17 Jahren trat Winfried Frey schon im legendären „Platzl“ in München auf, dem Mekka der bayerischen Volksschauspieler, und „ein fahrendes Platzl“ sei auch dieser Auftritt, sagte Hans Obermeyer, der „Ober-Hinterberger“, zu Beginn des Konzertes mit dem Motto „Mit Musik und Humor ins neue Jahr“.
Erst nach der Pause kam richtig Stimmung auf, als Winfried Frey als singbrüllender „stiller Zecher“ durchs Publikum torkelte und dann lauter Volksinstrumente traktierte: einen Dreschflegl, eine singende Säge, die das Edelweiß besang, und eine Vielzahl von Löffeln verschiedener Größe und Konsistenz, von denen etliche während des Löffelschlagens brachen. Am Ende gab’s gar über 30 Geräusche im alten Schlager „Mein Bruder macht beim Tonfilm die Geräusche“ bis hin zum Wasserfall aus dem Blechwanderl.
Davor stolzierte Frey in immer wechselnden Jacken als der Stolz von der Au, als Fensterputzer-Kare und als Wiener Fiaker-Fahrer auf der Bühne herum, gab G‘schichten vom Weiß Ferdl zum Besten, entdeckte die Erotik von Baumarkt-Werbetexten, erzählte Witze und lustige Begebenheiten von Eheleuten, Besoffenen und aus der Sauna und animierte die Zuhörer immer wieder zum Mitsingen.
Die Hinterberger machten das, was sie immer tun: gute Musik, ob den „Bassgalopp“ von Otto Ebner mit dem Tubisten Thomas Oberleitner aus dem Alpbachtal oder den „Alten Dessauer“ mit dem Trompeter Stefan Rinshofer aus Gmund am Tegernsee oder dem „Sehnsucht-und-Liebe“-Walzer von Slavko Avsenik mit dem Obermeyer Hans am samtweich gespielten Bariton, alles grundiert vom Obermeyer Paul am Akkordeon, schön zart in dem Walzer „An der slowenischen Grenze“ von Wolfgang Kostner. Dem Rezensenten war‘s fast zu wenig Musik von diesen hervorragenden Volksmusikanten.