Vom „Holzhackerbuam“ zur „Sexbomb“

von Redaktion

Gaudi pur mit dem Chiemgauer Volkstheater und „Bauer sucht…“ im Kuko

Rosenheim – Das selbst gesteckte Ziel des Chiemgauer Volkstheaters – die Zuschauer zwei Stunden alle Sorgen vergessen zu lassen – hat das durch TV-Übertragungen bekannte und beliebte Ensemble voll erfüllt. Mit fetzigen Dialogen, kurioser Wortakrobatik, vollem körperlichem Einsatz und jeder Menge Situationskomik begeisterten die Schauspieler die 700 Zuschauer im vollbesetzten Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum. Bernd Helfrich agierte in diesem kurzweiligen Dreiakter nicht nur als weltoffener, weitgereister „Chiemgauindianer“ und allwissender Wirt des Gasthauses „Schöne Aussicht“ Bene, sondern ist auch Autor und Regisseur des überaus kurzweiligen, amüsanten Stückes „Bauer sucht…“.

Zwei Stunden Gaudi pur mit drei „oaschichtigen“ Junggesellen vom Lande auf der Suche nach der Frau fürs Leben: Auch wenn man laut Forstanwärter Markus (Markus Neumaier) „alle Weiber erwürgen kannt“ – ohne sie, ist es auch nix. Dem stimmen der fesche Hallodri, Pferdewirt und Saxofonist Tom (Tom Mandl) sowie der naive, tolpatschige Landwirt Flo (Flo Bauer), gerne zu.

Aus Mangel an passenden Angeboten vor Ort beschließen die Heiratskandidaten, mittels Video bei einem Singleportal ihre Zukünftige zu finden. Haarsträubende Filmszenen mit turbulenten Stunts und dem herzerweichenden Heimatsong „Im Freistaat Bayern, da bin i dahoam“ mit Brautpaar sorgen für Lachsalven im Kuko. Zur Steigerung des Testosteronspiegels der Stammtischbrüder trägt erheblich die flotte Rockerbraut und Heimatjournalistin (Kristina Helfrich) bei, die auf Recherchetour zum Thema „Junggesellenleben auf dem Land“ nach einer Harley-Panne Unterkunft im Gasthaus sucht. Und dann fällt auch noch Filmproduzent Olaf (Andreas Löscher) in der „Schönen Aussicht“ ein und will voller Verve die frauenhungrigen Burschen spontan als „Wa(h)re Liebe“ in einem Chiemgau-Bachelor vermarkten. Es kommt zu einem furiosen Finale, in dem sich die Kandidaten mit erotischem Lederhosen-Striptease von „Holzhackerbuam“ zu „Sexbombs“ verwandeln. Fazit: Ein rundum amüsanter Abend, der das Publikum mit strahlenden Gesichtern und in bester Laune entließ.

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