„Harmonic Brass“ spielte Lieblingsstücke

von Redaktion

Im Gymnasium Raubling stellte die Bläserformation ihr neues Programm „Playlist“ vor

Raubling – Das Blasmusik-Quintett „Harmonic Brass“ mit dem gebürtigen Rosenheimer Andreas Binder als Hornisten gibt seit geraumer Zeit jedes Jahr im Januar ein Konzert im Gymnasium Raubling. Scherzhaft wurde es deswegen in der Begrüßung als „Haus-Band des Gymnasiums“ bezeichnet. In der Tat sind die Karten für diese Konzerte immer sehr schnell verkauft und im Publikum sitzen viele, die jedes Jahr hier sitzen.

Diesmal hieß ihr Programm „Playlist“ und so spielten die Fünf ihre Lieblingsstücke. Gleichzeitig stellte Andreas Binder, wie immer der charmante Moderator, die Mitglieder vor, indem er fiktive Briefe jedes Einzelnen an den jeweiligen Komponisten las und damit die Herkunft der Spieler benannte. Neu in der Gruppe ist der herausragende junge Posaunist Alexander Steixner aus Tirol. Alt und bewährt sind die Arrangements des Trompeters Hans Zellner.

In drei Sätzen aus Bachs Orchestersuite Nr. 3 kamen die Töne so blitzsauber intoniert, dass Bachs Kontrapunktik gut durchleuchtete, die berühmte „Air“ floss in schönster Legato-Kultur des Trompeters mit schier endlosem Atem dahin, grundiert von weichen Tuba-Tupfern, die „Gigue“ hüpfte erfrischend beweglich. In herrlich mitreißendem Schwung erklang Bachs „Badinerie“ aus der Orchestersuite Nr. 2.

Als Königin der Nacht wütete in deren Arie aus Mozarts „Zauberflöte“ Elisabeth Fessler als Königin der Trompete mit sauber gestanzten Koloratur-Spitzentönen, wozu die übrigen Vier das ebenso wütend aufbrausende Orchester mimten. Animierende Champagner-Spritzer bot der Posaunist als Don Giovanni in dessen „Champagner-Arie“ mit warmen und zugleich markigem Ton: ein äußerst belebender Neuzugang!

In der ursprünglich für Orgel komponierten „Suite Gothique“ von Léon Boëllmann prunkte das Bläser-Quintett mit opulentem Sound, einem weichwarmen Flügelhorn-Duett ohne rhythmische Schluchzer und einer meisterhaft hingefetzten „Toccata“, in der die beiden Trompeten Lippen-Schwerst-Arbeit lieferten. In gleichsam geballter Ruhe kam die Händel-Arie „Lascia ch’io panga“ – die sogar noch ruhiger hätte sein dürfen.

Bravourös gespielt war auch die Ouvertüre zu „Guillaume Tell“ von Gioachino Rossini mit der aufbrandenden Gewitter- und der darauf folgenden Reitermusik, wobei zur langsamen Einleitung die zwei Trompeter zum Horn wechselten. Dann stieg der Vergnügungspegel mit einem Swing-Potpourri und der rhythmisch in Kuba angesiedelten „Susannata“ von Mulo Francel, in der die Stunde des Tubisten Manfred Häberlein schlug, der da schon ein Solo hatte und in der Zugabe, den Variationen über „Funiculi, Funicula“ mit einem hochvirtuos-lippenbrecherischen Schnellspielrekord glänzte.

Mit einem alpenländischen Abendsegen klang dieses Konzert aus, das Blasmusik in bester Qualität mit Vergnügen auf hohem Niveau und Charme mit Perfektion verband.

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