Speeddating mit „Steckerlfisch und Schlagsahne“

von Redaktion

Gelungene Premiere: Das Comedy-Duo präsentierte im Gasthaus Höhensteiger erstmals ihr neues Programm „Neu, aber treu!“

Rosenheim – „Nach über 20 Jahren Bühnenpräsenz muss man sich überlegen, wie man sich neu erfinden kann und sich dabei trotzdem treu bleibt“, meint „Steckerlfisch“ Christian Haller, der gemeinsam mit seiner Partnerin Angelika Aschbacher, alias „Schlagsahne“, das aktuelle Sketch- und Comedyprogramm „Neu, aber treu!“ im gut besuchten Saal des Gasthauses Höhensteiger präsentierte.

Von Anfang an war Gaudi pur geboten. Gleich ob als altes Ehepaar, das dick eingemummt mit Pudelmütze, Lodenmantel und Fellstiefeln durch den Stühlewald im Gastraum schlingert, um auf Umwegen zu einer verschneiten Berghütte zu gelangen und dort einen – eher weniger – romantischen Silvesterabend verlebt, oder als frustrierte „Fruttaner“, die der Nahrungsaufnahme ganz entsagen, oder als scheinbar trauerndes Geschwisterpaar das, statt eine Grabrede zu kreieren, jahrzehntealte Zwistigkeiten rund um Schokoküsse austrägt – „Steckerfisch und Schlagsahne“ bleiben ihrer Mission treu. Sie verbreiten Heiterkeit mit gesellschaftssatirischen Sketchen und Liedern, treiben mit spitzfindigen Dialogen den Blutdruck in die Höhe, begeistern durch ihre ausdrucksstarke Mimik und beziehen die Zuschauer gerne mit ein in ihre Stückerl.

Neu im Programm des Comedy-Duos ist das „Speeddating“, in dem in maximal fünfminütigen Sequenzen vogelwilde Charaktere aufeinanderprallen mit dem einzigen Ziel, einen Partner zu finden. Wie ein roter Faden ziehen sich die vielschichtigen, amüsanten „Datings“ durch das Programm und unterstreichen die schauspielerischen, kabarettistischen und sprachlichen Talente der dialektsicheren Kabarettisten. Ob als brummelnder Greis mit Hüftleiden, intellektueller Schnösel mit Hang zu Altbewährtem oder als „Nulli“ verstehender Stadtmensch, der auf die bodenständige Almbäuerin Anna aus dem Oberland trifft, Haller überzeugt als Dating-Partner, der oft sprachlos von seinem stets dominanten quirligen weiblichen Gegenüber ausgequetscht wird. Gleich ob Sex, Essen oder andere Leidenschaften, Frau will wissen, was Mann zu bieten hat – meist zu wenig, denn wirkliche Dates scheinen nach dem Speeddating eher unvorstellbar.

Zum grandiosen Abschluss des Abends nahm sich „Schlagsahne“ als stets hungrige Schwimmerin selbst auf die Schippe, und erklärt ihrem auf ihre Figur bedachten Gatten, wieso Enten und Fische wegen Futterneid zum Psychiater gehen sollten – zum Quietschen komisch. So war es nicht verwunderlich, dass nach langanhaltendem Applaus die Künstler erst nach zwei Zugaben wirklich Schluss machen durften. Höhepunkt dabei: Das in Opernqualität vorgetragene „Mondlied“, triefend vor Selbstironie, begleitet von Aschbacher mit ihrer kleinen Ukulele.

Steckerlfisch und Schlagsahne haben erneut ein abendfüllendes, überaus vergnügliches Programm kreiert, zu sehen am 29. und 30. März um 20 Uhr im Gasthaus Höhensteiger.

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