Rosenheim – Bereits optisch eindrucksvoll wirkte das Instrumentarium, das sich der Rosenheimer Percussionist Bernhard Breitung in den Ausstellungsräumen des Kunstvereins in der Klepperstraße 19 mitgebracht hatte – dort, wo die Künstlerin Monika Falke im Rahmen ihrer aktuellen Ausstellung „Licht_Kraft“ eine transparente textile Installation aufgebaut hatte. Der Musiker, der sonst in den Formationen von „Roverandom“ und „Mittelmeerorchester“ aktiv ist, gestaltete als Solist begleitend zu Malerei und Installation von Monika Falke eine Percussionperformance.
Breitung stieg kontrastreich ein und entließ ein rhythmisches Klicken mit einem mächtigen, physisch spürbaren Subwoofer-Dröhnen in den Raum. Es folgte eine Demonstration der vielfältigen klanglichen Möglichkeiten, welche die Percussion eröffnet: Traditionelle afrikanische Rhythmen von Djembe und Kalebasse wechselten mit vertrackten Passagen und immer neuen kleinen Überraschungen. Jetzt kam die Technik ins Spiel, der Klangkünstler nahm seine eigene Stimme auf und ließ sie in einer Wiederholungsschleife elektronisch einspielen. Nach und nach fügte er weitere Sounds hinzu, es entstand der Eindruck eines größeren Orchesters, das tanzbare Beats spielte – die vielen Gäste wippten mit.
Die Reise ging durch verschiedene Musikkulturen: Beginnend mit einer Maultrommel, erzeugte Breitung mit der Stimme archaische Klänge, die an Mönche des Himalaya erinnerten und eine beeindruckende akustische Kulisse aufbauten. Mit einem Daumenklavier und zarten Melodien setzte der Ablauf wieder einen geschickten Kontrapunkt, gefolgt von geballter Energie: Jetzt war die große Trommel gefragt. In der Tradition japanischer Ensembles wie „Kodo“ und „Yamato“ lief Breitung zur Höchstform auf und wirbelte mit seinen Trommelstöcken. Eine gewisse Verbindung ergab sich zur Ausstellung, denn Monika Falke hat in Japan studiert und sich dortige Techniken angeeignet.
Mit einer kindlich-verspielten Darbietung entlockte Breitung diesmal mit den Besen seinen Steeldrums exotische und witzige Klänge, weckte mit raschelnden Nüssen, Geräuschen und Stimmakrobatik Assoziationen an „Wald“ und „Jagd“ und schloss im Finale mit Klicks und Subwoofer den großen Kreis seiner faszinierenden Klangcollage.