Dieser Humor verjährt nicht

von Redaktion

Herbert und Schnipsi begeistern im Kultur- und Kongresszentrum

Rosenheim – Seit mehr als 35 Jahren stehen Claudia Schlenger und Hanns Meilhamer als Herbert und Schnipsi gemeinsam auf der Bühne. Derzeit touren sie mit ihrem Best-of-Programm durch Bayern – mit Erfolg: Ihre Vorstellung im Kultur- und Kongresszentrum war ausverkauft. Diese Art des Humors verjährt eben nicht.

Claudia Schlenger ist inzwischen 72, Hanns Meilhamer 67 Jahre alt. Das Alter merkt man dem Ehepaar bei ihrem Auftritt in Rosenheim überhaupt nicht an. Insbesondere „Schnipsi“ sprüht vor Lebensfreude und Temperament. Und Hanns Meilhamer ist in seiner Rolle als „Herbert“ seit jeher der Ruhigere.

Zu Beginn der Show wirft er von der Bühne aus die Angel aus. Kein Fisch will anbeißen. „Langweilig“, mault „Schnipsi“ genervt. Sonnenbad in Rimini wäre ihr halt so viel lieber gewesen, aber für Herbert musste es ja unbedingt die Abenteuertour durch Schweden sein. „Diesen Urlaub hat es tatsächlich gegeben“, erzählen die beiden Künstler nach diesem Sketch. Vor etwa 35 Jahren war das: „Danach haben wir dann geheiratet.“

Der Erfolg des Simbacher Künstlerehepaars beruht vor allem darauf, dass sie völlig alltägliche Situationen auf die Bühne bringen, nur eben überzogen und ins Absurde verdreht. Besonders gerne widmen sie sich dem Eheleben. Wer Tiefsinn sucht, ist bei den beiden nicht unbedingt an der richtigen Adresse. Vielmehr bieten sie leichte Unterhaltung, aber das im positiven Sinn. Sie selbst sehen sich sowieso nicht als Kabarettisten, sondern eher als Komödianten und Volkssänger in der Tradition von Karl Valentin und Liesl Karlstadt.

In ihrem aktuellen Programm „Zeitreise mit Schlaglöchern“ präsentieren sie die bekanntesten und beliebtesten Nummern aus den vergangenen 35 Jahren, darunter beispielsweise „Silvester“ oder „Jenseits“. Viel zu lachen gibt es nach wie vor bei den Liedern, die sich mit den Sketchen abwechselten. Zu Beginn sang Hanns Meilhamer seinen vertonten Bild-Zeitungs-Artikel „Ufos – grüne Kugeln aus dem Weltall“ aus dem Jahr 1980 – damals war er noch solo unterwegs.

Die rund 1100 Zuschauer im Kultur- und Kongresszentrum wurden von Anfang an gekonnt in das Programm miteinbezogen. Herbert und Schnipsi schafften es sogar, sich von einigen der Besucher in den ersten Reihen ihre frisch gewaschene Wäsche sorgsam zusammenlegen zu lassen. Die Show verzichtet auf Spezialeffekte. Die Kulisse beschränkt sich auf ein paar Stühle und etliche Accessoires wie Regenschirm oder Zeitungen. Trotzdem kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Der Fokus liegt auf den Künstlern: Herbert und Schnipsi präsentieren sich allzu menschlich, mit Schwächen und Fehlern. Nichts scheint perfekt und gerade darin zeigt sich die hohe Professionalität des Künstlerehepaars.

„Also, des Stück spuin ma jetzt trotzdem no“, meint Herbert, als er den begeisterten Applaus der Zuschauer am Schluss der Vorstellung vermeintlich als Rauswurf interpretiert. Natürlich gab es danach noch einige Zugaben. Und auch noch Autogramme.

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