Bad Aibling – Ihre Septette werden heute kaum noch aufgeführt, berühren aber durch eine melodische Harmonik und originelle musikalische Einfälle. Bewusst hat das Berolina Ensemble romantische Werke des Franzosen Adolphe Blanc und des Schweden Franz Berwald in sein Programm aufgenommen. Im Rahmen der Reihe Klassik Bad Aibling spielten David Gorol (Violine), Dorian Wetzel (Viola), Jule Hinrichsen (Violoncello), Michael Kogan (Kontrabass), Friederike Roth (Klarinette), Florian Bensch (Fagott) und Charlotte Petrides (Horn) im kleinen Kursaal zudem noch das populäre Septett in Es-Dur von Beethoven.
Das Berolina Ensemble hat nicht nur eine hohe Klangkultur, sondern besitzt auch eine große Spielfreude, eine Frische und einen Charme, der die Hörer begeisterte. Hilfreich war, dass die Musiker zu den einzelnen Werken kurze humorvolle Einführungen gaben. Adolphe Blancs Septett in E-Dur op. 40 weist eine Fülle von originellen Einfällen auf. Im Allegro berührte das von der Violine dialogisch beantwortete lyrische Klarinettenthema, im Andante ergriff ein raumfüllendes Hornsolo, im Allegro moderato kam die virtuose Brillanz des Geigers voll zur Geltung. Bläser und Streicher harmonierten hervorragend miteinander.
Ein wenig an Salonmusik erinnerte das B-Dur Septett von Franz Berwald. Die Komposition sei jedoch, wie es Geiger David Gorol ausdrückte, nicht etwa schwach, sondern „einfach schön.“ Im Kopfsatz erklangen zarte Pizzicati der Streicher zu ruhigen, lang gehaltenen Tönen der Bläser. Eine eingängige Melodik wies das Adagio auf, in dem das Cello ein lyrisch-sanftes Thema anstimmte, der von den anderen Instrumenten aufgenommen und harmonisch variiert wurde. Fröhliche Naivität kennzeichnete schließlich das Finale. Rasante Klarinettenläufe, der samtene Ton von Horn und Fagott sowie spritzige Streichereinlagen animierten das Publikum zu lebhaftem Beifall. In Beethovens Es-Dur Septett op. 20 durfte das Berolina Ensemble noch einmal die ganze Bandbreite seines musikalischen Könnens demonstrieren. Witzig war, dass Geiger David Gorol zunächst die erste Strophe der niederrheinischen Weise, die Beethoven im Variationensatz verarbeitete, dem Publikum zur Begleitung der Viola vorsang. Ausdrucksvoll wirkten die streichergrundierten Soloeinlagen von Horn und Fagott. Das von den anderen Instrumenten abwechselnd aufgegriffene innige Klarinettenthema im Adagio cantabile, das fröhliche Menuett und das Scherzo wurden von einem rasanten Presto übertroffen, in dem die Geige mit einem Solo brillierte.